Wir erschaffen Geld

… wenn wir wollen.

Aber Frauen (und viele Männer) wollen offenbar kein Geld verdienen. Top qualifizierte Studentinnen verlangen wesentlich weniger Geld als ihre Kommilitonen, wenn sie gefragt werden. Warum ist das so? Erfolgreiche Studentinnen fordern – laut einer Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey – wesentlich weniger Einstiegsgehalt, als die gleich qualifizierten Männer.

Frauen haben, immer noch, ein völlig anderes Verhältnis zu Geld, als Männer. Darüber spreche ich auch in meinem Podcast “Kopf über Herz” mit der Geldfrau Dani Parthum, die Frauen zum Thema Finanzen coached.

Das hat, sagt sie, vor allem damit zu tun, dass wir Frauen früher quasi zum Vermögen des Mannes dazu gehört haben.

“Zwischen Mann und Frau war immer diese Machtstellung, durch die Gesetze und die Frau stand immer in der Macht unter dem Mann und das manifestiert sich natürlich auch im Geld, auch in unserer heutigen Gesellschaft.” 

Dani Parthum

Dazu kommt, dass wir Frauen Geld als etwas sehen, das einfach nicht so wichtig ist. Frauen haben meist andere Prioritäten:

  • die Familie
  • ihren Partner/ihre Partnerin
  • die Kinder
  • Liebe generell
  • Gutes tun
  • glücklich sein
  • anderen helfen

Dabei steht all das gar nicht im Widerspruch dazu, Geld zu haben. Im Gegenteil, Geld hilft uns, all das zu haben.

Viele von uns haben Glaubenssätze wie: “Liebe ist wichtiger als Geld.” oder: “Freundschaft kann man nicht kaufen.” Als müssten wir uns entscheiden, als könnte man nur eins haben: entweder Geld ODER Freundschaft. Entweder Geld ODER Liebe. Was totaler Quatsch ist.

Es gibt ja nicht irgendwo eine Instanz, die sagt: “Ah, Du hast Freunde, na dann kannst Du natürlich kein Geld verdienen. Sorry, wer Freunde hat, muß pleite bleiben!” Oder: “Du hast ja richtig viel auf dem Konto! Dann kannst Du natürlich nicht glücklich verliebt sein. Beides geht ja nicht!” Warte, einen hab ich noch: “Wer Geld hat, ist ein schlechter Mensch!” Na, habt ihr was davon wieder erkannt? Welche Glaubenssätze zu Geld habt ihr?

Beendet mal diesen Satz: Geld ist…

Was fällt euch als erstes dazu ein? Schmutzig? Die Wurzel allen Übels?

Oder: Freiheit, Glück, Freude, Fülle, Spaß, Reisen, Kreativität? Was ihr über Geld denkt ist Eure Entscheidung, euer Fokus, eure Wahrnehmung.

Ich sage: Mit Geld können wir uns die Freiheit kaufen, das zu tun, was wir wirklich wollen. Wenn wir Geld haben, müssen wir nicht mehr Jobs machen, die uns langweilen oder frustrieren. Wir können entscheiden, womit wir unsere Lebenszeit verbringen.

Mit Geld können wir uns Zeit kaufen (eine Putzhilfe, einen Steuerberater, einen Restaurantbesuch, einen Babysitter oder ein Taxi) und Spaß (Urlaub mit den Kindern, Ruhe und Muße zum Vorlesen, schmusen und Wellness), wir können uns Inspiration leisten (Kunstausstellungen, Bücher, Hörbücher, Filme, Musik, Konzerte) und alles, was wir brauchen, um das zu tun, was uns wirklich am Herzen liegt. Sei es wandern, nähen, malen, Möbel bauen, Marmelade einkochen oder Snowboarden.

Ich frage mich, wer gesagt hat: Geld macht nicht glücklich. Geld macht sehr wohl glücklich, wenn wir es als das sehen, was es ist. Einfach Geld nämlich. Früher haben wir Ziegen gegen Eier getauscht oder Mehl gegen Butter. Jetzt will niemand ständig Ziegen oder Butter mit sich rum schleppen, weswegen wir Scheine, Münzen oder Plastikkarten in der Tasche haben. Aber Ziegen, Eier oder Mehl sind nicht besser oder schlechter als Geld (naja, Ziegen sind niedlicher als ne EC-Karte, ok. But you get my Point.). Wir tauschen das eine nur gegen das andere ein.

Wenn wir nicht wissen, was uns eigentlich glücklich macht im Leben, dann wird uns Geld auch nicht dabei helfen können. Aber wenn wir uns ausreichend mit uns selbst beschäftigt haben und eine vage Vorstellung davon haben, was wir brauchen, um uns wohl zu fühlen, dann ist Geld das beste Mittel, um zum Ziel zu kommen.

Schreibt mal auf, was Euch Spaß macht, was ihr liebt, was euch richtig Freude macht: 10 Dinge. Was wollt ihr mal wieder machen, wobei bekommt ihr Schmetterlinge im Bauch?

Diane Hielscher

Ja, es gibt Sachen, die uns glücklich machen, die kostenlos sind: in den Wald gehen zum Beispiel. Blätter, Moos und Vögelgezwitscher, herrlich. Aber wie kommen wir dahin, wenn wir nicht gerade ein Haus am Waldesrand haben (das Geld kostet, by the way)? Richtig, mit dem Auto, dem Zug oder dem Fahrrad. All das kostet – richtig – ebenfalls Geld.

Machen wir uns nichts vor, wenn wir in ein paar Jahren überhaupt noch einen Wald haben wollen, zum Spazieren gehen, müssen wir ihn schützen. Und wie machen wir das? Mit Geld. Wenn wir genug Geld haben, können wir es spenden, wenn wir wollen. Um Bäumen zu pflanzen, um Bienen zu schützen, um Regenwald zu kaufen. Mit Geld können wir die Welt retten. Wenn wir kein Geld haben, sind wir machtlos. Die Anderen holzen dann den Wald ab, für Autobahnen, Fabriken und Weidefläche.

Darum ist es eigentlich unterlassene Hilfeleistung, wenn wir arm sind. Wenn wir kein Geld haben, können wir niemandem helfen. Ohne Geld sind wir Getriebene, gefangen in schlechten Jobs, um unsere Miete zu zahlen.

Laut einer Studie zeigen bereits 43 Prozent der Briten Symptome des sogenannten Money-Sickness-Syndroms (MSS). Durch das Ständige Grübeln über ihr Einkommen, die Miete oder die nächste Ratenzahlung fürs Auto leiden immer mehr Menschen unter Herzklopfen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit oder schlechtem Schlaf. Zu diesen körperlichen Symptomen kommen noch psychische wie Konzentrationsschwäche, Stimmungsschwankungen und Nervosität hinzu. MSS tritt somit nicht nur in ärmsten Schichten der Gesellschaft auf, sondern kann jeden treffen. Eine neue Zahnkrone oder eine kaputte Waschmaschine können bei manchen Menschen für schlaflose Nächte sorgen, wenn das Konto gerade wieder im Minus ist, weil man sich dringend eine neue Lederjacke kaufen musste und sie jetzt nicht mehr umtauschen kann.”

Margarethe Honisch in “Easy Money”

Erst wenn wir uns ernsthaft darum bemühen, wirklich genug Geld zu haben, können wir richtig leben und nicht nur über-leben. Wir können frei sein, darüber nachdenken, was wir wirklich tun wollen, kreativ die Welt gestalten und besser machen.

Zu konkreten Inspirationen und Ideen dafür, welche Wege es gibt, Geld zu generieren, kommen wir hier später noch ganz ausführlich. Alles, was ich an dieser Stelle sagen will ist: wir müssen die Grenzen in unseren Köpfen los werden. Grenzen gibts da draußen in der echten Welt genug. Wir starten die Reise aber erst mal in uns selbst. Haben wir Angst vor Geld? Denken wir, Geld ist etwas Schlechtes? Glauben wir an das christliche Dogma: entweder wir dienen Gott oder dem Mammon? Denken wir, tief drinnen, wir müssten uns entscheiden?

Ich sage: Wir können alles haben, wir müssen uns nicht entscheiden: Geld oder Liebe? Beides! Obwohl diese bizarre Fernsehsendung aus den 90ern mit Jürgen von der Lippe etwas Anderes behauptet:

Aber das zählt nicht – die Leute da sind so schlecht angezogen, sie wussten es nicht besser.

Wenn wir Geld haben wollen, es aber im Moment nicht haben, müssen wir zunächst mal anders denken. Welche Glaubenssätze habt ihr zum Thema Geld? Haben Eure Eltern um Geld gestritten? Gab es immer zu wenig? Wollt ihr kein böser Kapitalist sein? Oder gab es sogar sehr viel Geld in Eurer Kindheit und ihr konntet erleben, dass Eure Eltern trotzdem unglücklich waren? Deswegen habt ihr dann später selbst – unterbewusst – beschlossen, kein Geld haben zu wollen.

Egal um welches Thema es geht, ich empfehle immer wieder ein Tagebuch oder ein Journal. Schreibt all das auf. Wenn Euer Kontostand nicht das zeigt, was ihr haben wollt, dann hat das direkt etwas mit Euch zu tun. Es ist ja nicht der Kontostand Eures Nachbarn.

Je nachdem, wie ihr denkt, so gestaltet ihr auch Euer Leben. Ich weiß, wenn ihr kein Geld habt, wollt ihr das nicht hören: “Klar will ich Geld, ich kann ja nichts dafür, dass ich keins habe!” Doch. Wer denn sonst?

Sobald ihr anfangt, Euch mit dem Thema Geld auseinander zu setzen, wird sich Euer Fokus ändern. Ihr werdet plötzlich mit Menschen über Aktien sprechen wollen, jemand wird Euch von einem besseren Job erzählen oder ihr werdet eine Idee haben, mit der Ihr Geld verdienen könnt. Vielleicht nebenbei, nach Eurem regulären Job. Sobald ihr das Thema in Eurem Kopf ins Rollen bringt, Bücher lest oder Podcasts zum Thema hört, verändert sich Euer Fokus. Das ist keine Zauberei, sondern Fokuskontrolle. Euer Gehirn findet plötzlich Lösungen für Probleme, die es vorher gar nicht gesehen hat. Ihr denkt anders und nehmt Möglichkeiten wahr, die vorher außerhalb Eurer Reichweite lagen. Neben dem Job Geld verdienen? Mit etwas, das mir Spaß macht? Ach, bin ich noch nie drauf gekommen. Ein Problem selbst lösen und das Produkt verkaufen? Ja, könnte klappen.

Geld verdienen war vorher nicht der Fokus, sondern das darüber Jammern, dass keins da ist. Aber jetzt plötzlich scheint alles möglich. Wenn Elon Musk gejammert hätte, gäbe es keinen Tesla. Findet Lösungen und keine Probleme. Euer Kontostand liegt in Eurer Hand. Und auch das macht wahnsinnigen Spaß!

Mehr Inspiration zum Thema Geld habe ich hier für Euch zusammen getragen. Ich habe beide Bücher selbst gelesen und fand sie großartig:

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Diane Hielscher

Diane Hielscher

Journalistin, Künstlerin, Autorin und Moderatorin