Moskau. Die Longdrinks im FAQ sind wirklich long, aber auch breit, sie kommen nämlich in Bierhumpen.
Sie schmecken nach Grenadine und Kirschsaft, nicht zu süß und sind sehr alkoholisch. Die Burritos sollen lecker sein, sagt Mascha. Der erste Raum ist unspektakulär, aber gemütlich. Die Tische sind aus Holz, das Licht gedämmt. Auf der Couch sitzt eine Frau und schiebt sich mit der Gabel etwas in den Mund. Ihr Freund hat seinen Kopf auf ihren Schoß gebettet, sie balanciert den Teller mit der anderen Hand über seinem Gesicht, er hält die Augen geschlossen. Weiter »
Kategorien: Gesehen und gemacht, Popkultur |
Datum: 28. Oktober 2009
Der Club B1 ist fast eine ganze Stadt, tapeziert mit alten Musikzeitschriften. Er ist im Zentrum Moskaus. Der Hof ist riesig, es gibt zwei Bars, viele Gelegenheiten zum Sitzen, die nass sind, weil es regnet. Ein Holzdurchgang, wie bei einer Baustelle, führt ins Gebäude. Rechts von mir hängen Bob Dylan, Elvis, die Rolling Stones, BB King, Janis Joplin.
Im Parterre ist die Tanzfläche leer, es ist 19 Uhr 30.
Ich folge den Stimmen und der Musik in den ersten Stock, hier sitzen Menschen und essen Sushi und Burger. An den Wänden hängen die Beatles, Jimmy Hendrix und Bob Marley.Ich setze mich an die Bar, trinke Tuborg, lese, warte auf Live-Musik. Die Jungs hinter der Bar mixen Cocktails im Akkord. Ein großes Bier kostet über vier Euro.
Ein Mädchen mit unglaublich blonden Haaren und großen blauen Augen setzt sich neben mich und fragt mich etwas. Ich habe nicht verstanden sage, dass mein Russisch schlecht ist.Sie schubst ihre Freundin an, die kann Englisch und sieht aus wie Sarah Connor. Weiter »
Kategorien: Gesehen und gemacht, Popkultur |
Datum: 4. März 2009

Der Club heißt Mond aus Papier, was auf Deutsch poetischer klingt, als Papier-Mond, finde ich. Es geht nach unten, in den Keller. Oksana liebt diesen Club, hier gibt’s immer Rock und heute auch Freibier, zumindest, solange der Vorrat reicht. Um uns Mauerwerk, die Bar ist rot, Tische stehen gedeckt im Raum, an den Wänden und der Decke hängt Kunst.
Hinten ist ein VIP-Raum, den man schließen kann, vorne ein VIP-Tisch der aussieht wie der Korb eines Gasluftballons.

Drei Indie-Rock-Bands aus Samara spielen um acht. Noch ist aber Sound-Check und sieben. Oksana und ich sitzen im hinteren Raum, der Boden leuchtet, Barbies liegen drin. Ich hab uns Tee bestellt.
„Was für eine ungewöhnliche Wahl.” Sagt Oksana, „Ich hab Dich noch nie Tee trinken sehen.” Zu diesem Zeitpunkt kennen wir uns grade etwa 36 Stunden, von denen wir 10 geschlafen haben. Ihr fällt es auch auf. „All die Jahre…und ich hab Dich nie Tee trinken sehen!” Weiter »
Kategorien: Popkultur |
Datum: 18. September 2008

Der Flur ist Pink und das, obwohl Oksana Pink hasst, Pink ist für glamourni-girls und Hello-Kitty-Tussen. „Und, warum hast Du ihn dann pink gestrichen?” „Ich weiß es nicht, wirklich! Vielleicht, um meine Freunde zu verwundern. Sie haben mich gefragt, ob ich krank bin, als sie den Flur gesehen haben, das fand ich lustig!”Ich bin in Samaras Indie-Künstler-Welt gelandet, bei Oksana. Sie entwirft Kleidung. Bis jetzt noch für ihre Freunde, wie das immer so ist. Weiter »
Kategorien: Die Zukunft Russlands, Popkultur |
Datum: 17. September 2008
Freitagabend, wir gehen steil in Saratov. Anastasia und ich sitzen noch in einer Kneipe in der Fußgängerzone. Es ist ein nicht großer und nicht besonders schöner Raum mit Holzstühlen, einem klobigen Tresen, es gibt Bier vom Fass und Retro-Musik. Von Madonna bis Mr. Vain sind alle da. Anastasia trägt eine schwarze Jeans, ein weißes adidas T-Shirt und eine niedliche graue Stoffmütze, mit einem schwarzen Stern auf der Stirn. Sie hat lange, schwarze Haare und einen dunklen Teint.
Wir mussten den Tisch am Klo nehmen, weil alle anderen besetzt waren. Die Menschen, die aufs Klo gehen, kucken uns neugierig an. Auf unserem Tisch liegt ein Russisch-Deutsch/Deutsch-Russisch Wörterbuch. Anastasia redet langsam und simpel und ich schnell und falsch Russisch, wir verständigen uns trotzdem wunderbar und kichern permanent.
![IMG_2066[1]](http://static.flickr.com/3178/2852872367_47c23a3256_m.jpg)
„Ich hab gute Laune!“ sagt Anastasia und ihre Augen strahlen, obwohl sehr grüne Kontaktlinsen drin sind. Wir schnappen uns ein Taxi, fahren etwa 10 Minuten durchs dunkle Saratov und sehen dann die Menschen. Es sind etwa 50, sie alle wollen in den Club. Es ist keine Schlange, es ist ein Knäuel. Weiter »
Kategorien: Popkultur |
Datum: 13. September 2008
Dies ist der erste Teil meiner Streetwear-Serie, in der ich in unregelmäßigen Abständen Menschen vorstellen werde, deren Style mir gefallen hat.

Vika ist 24 und kommt ursprünglich aus der nordsibirischen Stadt Norilsk. Jetzt arbeitet sie in einer Galerie für moderne Kunst in Moskau, gleich neben dem roten Platz. Beide Oberteile hat sie aus Japan mitgebracht, wo sie ein Jahr gelebt hat, die Hose ist von Diesel.
Kategorien: Style |
Datum: 12. Juli 2008