
Max studiert Publizistik in Rostow am Don, ich hab ihn da vor McDonalds getroffen. Er traegt Chucks, eine Jeans von Diesel und das T-Shirt hat er auf einer deutschen Homepage bestellt, kann sich aber nicht mehr erinnern, wie die hiess. Was Leck mich heisst, weiss er, Deutsch spricht er aber nicht. Die Tasche hat er seinem Vater abgeknoepft.
Kategorien: Style |
Datum: 3. September 2008
Wunder, wunderbare Ljudmila Ulitzkaja. Aus “Sonetschka”:
“Von meinem Erzieher hab ich mitbekommen, dass ich weder Gruener noch Blauer, weder Parmutarier noch Scutarier geworden bin…”
“Wovon redest Du?” fragte Sonetschka aengstlich.
“Das ist nicht von mir. Das ist Mark Aurel. Blaue und Gruene – das waren die Farben der Parteien auf dem Hippodrom. Ich wollte sagen, dass mich nie interessiert hat, wessen Pferd als erstes einlaeuft. Fuer uns ist das unwichtig. In jedem Fall geht der Mensch zugrunde, sein Privatleben. Schlaf Sonetschka.”
Kategorien: Gesehen und gemacht |
Datum: 20. August 2008
Das Wasser ist tatsächlich braun. Nicht nur ein bisschen, leicht gefärbt, nein, tiefbraun. Das Wasser aus der Leitung, das, mit dem ich duschen will. Aber wenigstens habe ich Wasser. Mein Hotel in Rostow am Don ist ein Klischee. Es ist so ranzig und trostlos, als hätte es sich Jim Jamusch für einen seiner Filme ausgedacht. Oder als wäre ich in einem Film über Hemingway gelandet. Ich fühl mich wie Martha Gellhorn. Als ich klein war, wollte ich Martha Gellhorn werden. Na bitteschön. Es ist heiß und laut, draußen wird gebaut. Meine Balkontür ist offen, die kitschig gelb-blauen Vorhänge bewegen sich leicht, sie sind zugezogen, damit die Sonne nicht rein scheint. Die Frauen an der Rezeption – es sind fast immer drei – sind sehr verwundert über mich. Ausländer wohnen sonst im Radisson SAS, am Fluss. Ich bin die erste Ausländerin hier. Während ich die Check-in-Karte ausfülle, sieht eine von ihnen, dass ich aus Berlin komme. Sie murmelt: “Kommt aus Berlin und fährt nach Rostow am Don, eigenartig…“

An meinem zweiten Tag hier habe ich einen Interview-Termin mit dem Leiter einer Hilfsorganisation, der am Morgen aus Ossetien hier in Rostow eingetroffen ist. Alexandra, die mir den Termin organisiert hat, ruft mich an. Ich solle sofort zum Treffpunkt kommen. Wir fahren Taxi. Es ist so heiß im Taxi, dass Schweißtropfen aus meinen Kniekehlen laufen. Vor dem Büro der Organisation wartet Leonid, er ist mein Übersetzer, groß und breit, mit einer Glatze und einem warmen Lächeln. Auch Eduard, mein Gesprächspartner, ist sympathisch, um die 50, leicht ergrautes Haar. Seine Stimme ist leise, er spricht bedächtig. Klärt mich über die Arbeit der Halbstaatlichen Organisation “Alania-Ir“ auf. Eigentlich kümmern sich die Mitglieder um die Ossetische Kultur in Rostow, organisieren Theaterstücke und Konzerte. Jetzt bringen sie Lebensmittel und Toilettenpapier nach Nord-Ossetien, in die Flüchtlingscamps. Weiter »
Kategorien: Gesehen und gemacht |
Datum: 16. August 2008
Die Yellow Press hat auch in Russland Humor.

“Saakaschwili wollte sich in einem Anfall von Verrücktheit selbst erschießen.”
Kategorien: Gesehen und gemacht |
Datum: 15. August 2008