Artikel-Schlagworte: „Putin“

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“…Leute wie Hitler oder Saakaschwili.”

defakta“Störts Euch, wenn ich rauche?” fragt Sergej schüchtern. Er ist 23 und 50 Prozent der Rap-Gruppe „Defakta”. Die andere Hälfte ist sein Freund Maxim, er ist 22 und nippt an einem Humpen Bier. Wir sitzen im Restaurant Schesch Besch, mitten im Zentrum von Moskau. Hier gibt’s so genannte Mittelasiatische Küche, in diesem Fall sind damit Gerichte aus Usbekistan, Kasachstan, Turkmenistan und Kirgisien gemeint. Indisches, Pakistanisches und Tibetisches scheint auf der Speisekarte zu fehlen. Aber all das nur nebenbei.

Es soll hier ja um Rap aus Russland gehen. Und vor allem um die beiden Jungs, die ihn machen. Unter dem Interview  mit Defakta, gibts auch noch ein Video, als Kostprobe. Weiter »

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Goldenes Naltschik

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Das Hotel Naltschik steht leer, vor allem die beiden Tschetschenien Kriege haben dafür gesorgt, dass die Touristen Angst haben, sich hier zu erholen und deswegen ausbleiben. Naltschik liegt ungefähr vier Autostunden von der Tschetschenischen Hauptstadt Grosny entfernt. Für Russland ist das so wenig, wie die 30 Kilometer von Berlin nach Potsdam, für uns. Weiter »

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Zuhoeren & Fragen

Georgien hat eine Waffenruhe verkuendet und Russland ist mit seinen Panzern aus Ossetien nach Zetralgeorgien vorgedrungen. Vielleicht, offenbar, man weiss es nicht genau. Sind die georgischen Truppen ganz abgezogen? Wie sieht es in der Sued-Ossetischen Hauptstadt Zchinwali aus? Werden die Osseten in ihre Staedte zurueckkehren koennen? Was wird Russland als naechstes tun? Wird alles noch schlimmer?

Der heisse Krieg ist vielleicht erstmal vorbei, der Medienkrieg noch lange nicht, der hat gerade begonnen. Denn wussten die meisten Menschen vor kurzem noch nicht mal, wer oder was Ossetien ist, wollen sie jetzt wissen, auf welcher Seite sie stehen sollen. Auf der des sympathischen “Westlers” Saakaschwili, der in die NATO will und waehrend der Olympischen Spiele eine Militaeroffensive gestartet hat? Oder auf der Seite Russlands, das seine Muskeln zeigt, einen Genozid verhindern wollte und nebenbei, dass Georgien auch nur irgendeine Chance hat, in die NATO zu kommen? Weiter »

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Sprache = Denken?

Sprache ist lustig. Sprache ist auch Kommunikation, wenn man sie nicht perfekt bedienen kann. Sprache kann abendfüllend sein. Meine russischen Freunde bringen mir lustige, neue Schimpfwörter bei. „PIANAJA ROSCHE“ (rollendes R, langes o weiches sch), ich wiederhole es, alle lachen. Ich finde es irgendwie poetisch, tatsächlich heißt es aber so was wie „besoffenes Gesicht“, nur sehr grob, ich soll das lieber nicht im Russischunterricht benutzen. In meinen Ohren klingt es, wie ein Kosewort, ich wiederhole es ständig, die anderen kriegen sich gar nicht mehr ein. Im Russischen kann man leicht die Wörter schreiben (pisát) und pinkeln (písat) verwechseln, es liegt an der Betonung. Das ist mir natürlich einmal im Russischunterricht passiert, die Lehrerin wurde ganz nervös.

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Meine Freundin Aigul macht aus Mücke und Fliege Flücke und ich freu mich, es klingt tatsächlich wie ein richtiges deutsches Wort. Wir benutzen es seitdem als Oberbegriff für fliegendes, nervendes Getier.

Wenn wir uns unterhalten, tun wir das immer auf Deutsch. Sie ist Übersetzerin.

„Aber ich muss doch Russisch lernen!“

„Ja, aber nicht mit mir!“ Sie hat Recht. Wenn wir uns sehen, müssen wir schnell Informationen austauschen, vor allem Frauen-Informationen. Geschichten aus unserem Leben eben. Aber auch über Politik, Bücher, Musik und Banalitäten. Wir reden beide gern und viel. Weiter »

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Endlich Wodka, endlich Russen

“Nein, Russland ist natuerlich keine Demokratie… aber die USA auch nicht …und Europa auch nicht. Da berichten doch alle das Gleiche ueber Russland, wie kann das Pressefreiheit sein? … Ausserdem habt Ihr Berlusconi und Sarkozy…Putin hat viel Gutes fuer Russland getan…Ich hasse Putin natuerlich… aber Medwedew ist nichts gegen Putin…” Paul ist 29 Jahre alt und betrunken. Aber all das, was er sagt, ist nichts Neues, ich kenne diese Gespraeche, sie haben nichts damit zu tun, dass wir die dritte Flasche путинка (Putinka Wodka) leeren. Ich kenne niemanden, der Putin wirklich “mag”. Es ist Respekt da, Respekt fuer seine Leistung, Stabilitaet herzustellen, nach den wirren Jelzin-Jahren. Die Wirtschaft waechst, die Renten sind gestiegen und die Welt hoert wieder zu, wenn Russland spricht. Und dann kommen die Westler, sagen immer das Gleiche. Es ist ermuedend. Den ganzen Abend haben wir rumgealbert, ueber Musik gesprochen, ueber Wodka, ueber uns, was wir so machen. Haben gespielt mit unseren Sprachen. Weiter »


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