Artikel-Schlagworte: „Pop“

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Wolgograd – wie es sich anfühlt

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Ich kann die Zugdurchsagen hören, wenn ich einschlafe, wenn ich aufwache. Es scheint immer die gleiche Frau zu sein, ich verstehe nicht, was sie sagt. Wenn sie mich um sechs das erste Mal weckt, riecht es schon nach Herbst. Um zehn dann nicht mehr, die Sonne hat den schmutzigen Asphalt erhitzt und es ist wieder Sommer. Wenn ich aus dem Fenster kucke, sehe ich die russischen Farben, weiß, rot, blau. Weiß, blau, rot, sie beleuchten nachts die Brücke. Darunter stehen die Züge. Ich wohne im Bahnhof. Es heißt Komnata Otechat, Erholungszimmer und ist billig, eine Art Youth Hostel für Erwachsene, duschen kostet extra. Unten, vor meinem Fenster, gehen die Männer in einer dunklen Ecke urinieren, weil sie denken, dass sie niemand sieht. Ich rauche aus dem Fenster und sehe sie. Weiter »

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Weggehen

kann man ja auch, wenn man schon weg gegangen ist.

Während mein neuer Ministerpräsident mit harschen Worten dafür sorgt, dass die Aktien der Firma Mechel durch seine Worte in den Keller fallen, gehe ich aus. Gott sei dank, brauche ich kein Rohmetall und bin kein Oligarch.

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Der Türsteher vor dem Club „Soljanka“ kann wirklich sehr böse kucken. Trotzdem lässt er alle rein und der lustige, kleine Mann, der die Taschen kontrolliert fragt mich, ob ich Champagner in meiner habe. Nein, nur Bücher. Er wundert sich nicht darüber und lässt mich rein. Hab vergessen die Tasche nach der Schule zu leeren und führe jetzt meine Russisch Lehrbücher mal richtig hip aus, in einen der coolsten Clubs der Stadt.

Meine Begleiterin erzählt mir, dass sie in nur drei Electro-Clubs geht in Moskau und das ist ihr Liebster. Ihr Ex-Liebster hat vor kurzem geschlossen. Der Club hat Holzfußboden, soll aber angeblich alles 1A Schall gedämmt sein. Wir sind von rohem Mauerwerk umgeben, über der Bar hängen riesige, runde 70er Jahre Lampen. Auf den Festerbrettern kann man sitzen, es gibt den einen oder anderen Tisch mit Stuhl, in diesem Raum, aber sehr rar gesät, hier soll getanzt werden. Noch legt der DJ für drei leicht mit der Hüfte wippende Frauen in wenig Textil auf. Und uns. Wir sitzen auf dem Fensterbrett und versuchen uns zu unterhalten. Nebenbei versuche ich außerdem Fotos zu machen, ohne, dass es einer der Sicherheitsfuzzis merkt. Fotografieren ist hier nicht erlaubt. Weiter »

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Sexueller Prestige-Rock

Eigentlich wollte ich zu einem Indie-Rock Konzert, stattdessen bin ich bei einer TV-Aufzeichnung gelandet. Aber ich musste nicht jubeln, zumindest hat mich niemand dazu aufgefordert.

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Ich hatte Kostja, einen befreundeten Keyboarder, gefragt, wo was wann los sei, er hat wiederum Anton, seines Zeichens Drummer, gefragt und der hat in sein schlaues Buch geschaut. In dem notiert er alle wichtigen Musik-Termine in Moskau.

CЮР – stand da: Indierock, Mittwoch, 23. Juli 2008.

Er selbst kommt nicht mit, weil er grade mit einem Producer zusammen an seiner eigenen Musik rumschraubt, Anton mach auch Indie-Rock und Funk.

Kostja und ich sind also allein und viel zu spät.

Wir rennen schwitzend durch den Moskauer Abend. Hier war ich zwar noch nie, aber es sieht aus, wie fast überall, große Werbetafeln, große Wohnhäuser, große Straßen. Die Metrostation heißt Straße des Jahres 1905. Was war da noch mal? „Die erste Revolution in Russland, die, die nicht erfolgreich war. Die Vorgänger-Revolution von der „Richtigen“ 1917.„ Weiter »

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Im Ruhrgebiet ist Love-Parade…

in Moskau das Afischa-Festival. Und ganz ehrlich: als Ex-Love-Parade-Besucherin (das ist lange her), bin ich sicher, auf der richtigen Veranstaltung gewesen zu sein.

Das Afischa-Picknick ist ein Jugendfestival, das jedes Jahr von der in Moskau beliebten Kultur-Zeitschrift Afischa veranstaltet wird. Mit dabei waren in diesem Jahr unter anderem Trip-Hop Queen Martina Topley-Bird, The Teenagers und die russischen Superstars Leningrad.

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Die Milizionäre sehen aus, wie aus einer anderen Zeit. Olivgrüne Uniformen, grotesk große Kopfbedeckungen, absurd ernste Gesichter.

Um sie herum ist alles bunt. Emo-Mädchen, Indie-Jungs, Chucks, zu viel Bein, zu viel Brust, zu wenig Rock, lila Haare, Dreadlocks, Batik, Totenköpfe, Piercings. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinkucken soll. Weiter »

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Kippa vergessen

nayekhvichi.jpgWenn die Doors sich Hörner leihen, um bei Trotzkis Bar-Mitzwa zu spielen und Manzarek seine Kippa zu Hause vergessen hat, dann klingt das wie Nayekhovichi. Das sagen die Jungs aus Petersburg über sich selbst und nach dem ersten Lied, weiß man was sie meinen. Nayekhovichi spielen ganz großartigen russischen Punk-Psychedelic-Garage-Klezmer-Rock`n Roll und jiddischen Sowjet-Pop. Das machen sie schon seit 2004, zuerst als dreier Kombo auf russischen Hochzeiten, jetzt zu viert auf Bühnen auf der ganzen Welt. Weiter »

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Die Hydrodynamik im Ska

photo_skazka.jpgRussen, und Menschen, die Russisch sprechen, wissen: ein Skazka ist ein Märchen. Und Menschen, die in vielen dunklen Clubs in Berlin unterwegs sind, wissen außerdem, dass man zu Märchen wunderbar tanzen kann.

Die Band Skazka macht Ska, Jazz, Pop-Punk und vor allem: sehr viel Spaß. Am Samstag wieder im Lido (Curvystr. 7, U 1 Schlesisches Tor), bei den EASTERN BEATS. Da wird in den Ostersonntag getanzt. Und wer nicht schwitzt, hat keinen Spaß gehabt, selber schuld.

Ich hab die Fünf vorher bei einer Probe in Pankow besucht und war komplett verzaubert.

Was es mit der Hydrodynamik auf sich hat, hört Ihr in meinem Audiobeitrag.

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Wer jetzt mehr von Skazka will, muss hierher.

Und wer keine Zeit hat am Samstag, kommt zurück zu mir, ich werd natürlich hingehen, schwitzen und berichten.


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