Artikel-Schlagworte: „Moskau“

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Moskau – wie es sich anfühlt

Katharina die Große wollte ja immer Amüsemang.

Unter anderem hat sie sich dafür in Moskau einen Garten bauen lassen. In dem sollte es nie langweilig sein und damit das auch der letzte Blödmann versteht, hat sie ihn „Nicht langweiliger Garten“ genannt. Ne Skutschni S(ß)ad.

Das heißt, wie wir ja wissen, nicht, dass Schlampen keinen Zutritt haben oder dass dort kein Gebäck verzehrt werden darf. Man möge sich dort bitte lediglich amüsieren, möglichst gut. Das tat ich, mit zwei Freunden. Von denen weiß ich dass es mal einen Christian aus München gab. Der kannte nicht den Unterschied zwischen den beiden russischen „S“. Das zweite wird gesprochen, wie ein „ß“. Und Christian hat immer „nicht langweiliger Po“ gesagt, statt Garten.

Wir saßen da nun also auf unseren Sads, im ßad, tranken Bier und sie erzählten mir, dass sie nicht zur Wahl gegangen sind, um Medwedew zu wählen. Sie hatten nämlich verschlafen, den ganzen Tag, weil sie die Nacht durchgefeiert hatten. Aber wählen in Russland macht sowieso keinen Spaß und außerdem wird Hedonismus hier überhaupt noch klein geschrieben, sagen sie. Ich weiß noch gar nicht, wie Hedonismus hier geschrieben wird. Die Sonne geht unter, an der Moskwa gehen die Lichter der Bars an, die Brücke leuchtet grün. Weiter »

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Ivan (21)

Ivan (21)

Der Ivan 2008 sieht so aus. Er ist 21, geht auf eine Schauspielschule und kauft alle seine Sachen bei hottopic.com. Gesehen auf dem Afischa-Festival. Er war sehr nett, warum er so komisch kuckt, weiß ich nicht.

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Im Ruhrgebiet ist Love-Parade…

in Moskau das Afischa-Festival. Und ganz ehrlich: als Ex-Love-Parade-Besucherin (das ist lange her), bin ich sicher, auf der richtigen Veranstaltung gewesen zu sein.

Das Afischa-Picknick ist ein Jugendfestival, das jedes Jahr von der in Moskau beliebten Kultur-Zeitschrift Afischa veranstaltet wird. Mit dabei waren in diesem Jahr unter anderem Trip-Hop Queen Martina Topley-Bird, The Teenagers und die russischen Superstars Leningrad.

crowd klein

Die Milizionäre sehen aus, wie aus einer anderen Zeit. Olivgrüne Uniformen, grotesk große Kopfbedeckungen, absurd ernste Gesichter.

Um sie herum ist alles bunt. Emo-Mädchen, Indie-Jungs, Chucks, zu viel Bein, zu viel Brust, zu wenig Rock, lila Haare, Dreadlocks, Batik, Totenköpfe, Piercings. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinkucken soll. Weiter »

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…weil wir so romantisch sind

Es kann einem in Moskau nicht passieren, dass man durch die Straßen läuft und denkt: „Hm, sone Rose wär jetzt schön oder eine Margerite…“ und keine findet. Diese Stadt ist voll von Blumenläden, beziehungsweise Blumenkiosken. Kleine bunte Boxen, gefüllt mit prächtigen Bouquets, geschmückt mit bunten Folien, Schleifen, Schleierkraut. Rosen mit so langen Stielen und so großen Blüten, dass man Angst bekommt. Ja, Blumenläden sind toll, nie würde ich was gegen Blumenläden sagen, ich bin ja kein Unmensch, aber so viele!?

Blumenkioske

Sollte man tatsächlich mal Bedürfnisse haben, die über das Blumenkaufen hinausgehen, muss man manchmal länger suchen, als nach Tulpen („Hm, jetzt eine Flasche kaltes Wasser!“, „Hm, jetzt eine Zigarette.“).

Hier ein besonders schöner Schnappschuss, da er gleich zwei Blumenläden nebeneinander zeigt (Zweti)

Eine kleine Umfrage unter meinen russischen Bekannten hat ein wenig Licht ins Dunkel gebracht. Weiter »

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Alte “junge Kunst”


Winzavod innen

In Moskau findet in diesem Monat die erste Biennale für junge Kunst statt, ich wollte wissen, wie sie aussieht und wie sie sich anfühlt und hab mir ein paar Veranstaltungsorte angeschaut.

„Was wollt Ihr denn hier? Geht in die Sonne, an den See, macht Sport!“ Der alte Mann ist sicher jünger, als er aussieht. Er ist Pförtner vom „Fabrika Projekt“, einer ehemaligen Fabrik, die jetzt als Galerie genutzt wird und er meint es ernst. Sollen wir gehen? „Woher wisst Ihr überhaupt, dass es hier Kunst gibt?“ Mein Begleiter ist verdutzt, sagt: „Aus der Zeitung.“

Ich denke: es ist doch Biennale. „Na, dann geht halt rein.“

Wir gehorchen und schwitzen. Hätten wir vielleicht doch an den See gehen sollen? Weiter »

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Von Schlampen und Gebäck

Sprache ist super. Das ist dann wohl der zweite Teil einer Serie über Sprachmissverständnisse und -witze. Ich bin mir sicher, es werden viele folgen.

Es ist meine erste Russischstunde, der zweite Gruppenteilnehmer, Scott, hat für heute abgesagt, ich bin mit Marvina allein. Sie ist jung und schön, unglaublich witzig, aufgeweckt und meine Lehrerin. Wir versuchen auf Russisch zu plaudern, ich mache Fehler, aber deswegen bin ich ja hier. Wir sammeln Adjektive und sprechen über eins meiner Lieblingsthemen: Musik. Wie kann Musik sein? Laut, leise, langsam, traurig, fröhlich, blöd und… ich denke nach…starre sie an…dann fällt mir noch eine Vokabel ein: SUSCHKI!

Das Lachen bricht aus ihr heraus, Marvina wirft den Kopf nach hinten, schreit, kichert, schlägt auf den Tisch, wischt sich Tränen aus den Augen vor Lachen, legt den Kopf auf den Tisch, bekommt sich nicht mehr ein. Ich kann noch nicht lachen und warte, bis es vorbei ist. Weiter »

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Kreml-Monster

Kaum eine Woche da, hab ich schon einen super touristischen Insider-Tipp, sollte jemand mit dem Gedanken spielen, demnächst mal nach Moskau zu fliegen. Ich darf nämlich Zeuge einer Hostel-Neueröffnung sein.

wanja1

Eigentlich wollte ich mit Wanja Bier trinken, einfach so, irgendwo. Aber nein, mit Wanja kann man nicht still sitzen, quatschen, entspannen. Er ist Manager eines Hostels auf der Arbat, der Touri-Meile von Moskau. Und nebenbei hat er, heimlich, mit seinem Kumpel Miroslav ein eigenes Hostel eröffnet, es soll “Kremlin” heißen, also Kreml. Ständig klingelt sein Telefon. Er geht nicht, er rennt, er redet nicht, er schreit. Jeder seiner Sätze endet mit einem Ausrufezeichen. Weiter »


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