Artikel-Schlagworte: „Moskau“

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Russische Rockgeschichte

Immer, wenn ich Menschen in Russland nach gutem Russischen Rock frage, tauchen die gleichen Bandnamen auf, egal, in welchem Teil des Landes ich frage. DDT  höre ich da, Maschina Wremeni (Zeitmaschine), Woskresenije (Auferstehung), Naiv, Kino und viele mehr. All diese Bands gibt’s schon ewig, sie sind Legenden in Russland. Wieso kennt sie kaum jemand im Westen, wenn doch das größte Land der Welt sie quasi einmütig liebt?

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Ich werde diese Bands hier in unregelmaessigen Abstaenden, mit kleinen Audio-Beiträgen, vorstellen. Das wird übrigens in keiner bestimmten Reihenfolge passieren, weder nach Gründungsdatum noch alphabetisch, sondern, wie ich Lust habe.

Sie spielen harten Rock/Und wir mit unseren großen Ohren/verteilen rosa Unsinn/ Vor den Augen ganz Europas/Vor den Augen des ganzen Planeten/Martern wir unsere gläubige Seele DDT, Kompromiss, 1983

Rock`n Roll kam Ende der 50er langsam aus dem Westen in die Sowjetunion. Weiter »

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Die Frau mit der Peitsche

„Kaschmarrrrrrrr!“ heißt Alptraum auf Russisch. Man kann es ständig benutzen. Meine Russisch-Lehrerin, Malvina (rechts), hat es ständig benutzt. Meist, um sich über meinen Mitstudenten, Scott aus Washington,  lustig zu machen. Jedes Mal, wenn wir uns intensiv mit Russischer Grammatik beschäftigt haben, hat Scott schockiert gekuckt.

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Dann hat sie es gesagt und ihn ausgelacht. „Schrecklich, nicht, Scott? Furchtbar, Kaschmarrrrr!“

Ich kenne wenigstens vier Fälle. Nominativ, Dativ, Genitiv, Akkusativ. Das ist doch schon mal was. Hier sinds zwei mehr, Instrumental und Präpositiv, na gut, hilft ja nix. Judit aus Ungarn ist die Beste, sie hatte Russisch jahrelang in der Schule und ihre Sprache ist ähnlich kompliziert. Weiter »

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Gulag? Hä?

Alexander Solschenizyn ist tot. Das kam heute morgen per SMS, für mich zumindest. Geh raus und sprich mit Jugendlichen über Gulags, das war der Auftrag. Da bin ich nun also, in der Moskauer Innenstadt und will reden.

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Gar nicht so einfach, manche lassen mich einfach stehen, manche sagen gar nichts, manche erinnern sich nicht daran, was sie in der Schule über Gulags gelernt haben. Ein paar sagen dann doch was – wie das klang, kann man hier hören.


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Samstagnachmittag

in Moskau. Wir stehen unter Itar Tass. Das Logo der Nachrichtenagentur hilft uns beim trocken bleiben. Es regnet nicht, es schüttet. Der Wind schmeißt uns Wasser ins Gesicht, ich höre Apparat. Elektronische Musik aus Deutschland. Vika hat mir ihren Sennheiser Kopfhörer aufgesetzt. Wir rauchen rote Chesterfield und glotzen in den Regen, wie er unten ankommt, wie er den Asphalt unter Wasser setzt, wie die Blasen tanzen. Ein Pärchen neben uns albert rum, sie trägt ein dünnes lila Kleid und friert.

Vika macht neuerdings Yoga und spricht über Spiritualität, ich schiebe den Kopfhörer von einem Ohr weg, um ihr zuzuhören. Unsere Haare kleben an unseren Köpfen. Weiter »

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Emo-Demo

Da wär ich gern dabei gewesen: Duzende Emo- und Gothic-Kids haben am Wochenende in der sibirischen Stadt Krasnojarsk demonstriert. Sie protestierten gegen Pläne der Distrik-Verwaltung, zu verbieten, im Emo- oder Gothic-Style zur Schule zu kommen. Weiter »

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Weggehen

kann man ja auch, wenn man schon weg gegangen ist.

Während mein neuer Ministerpräsident mit harschen Worten dafür sorgt, dass die Aktien der Firma Mechel durch seine Worte in den Keller fallen, gehe ich aus. Gott sei dank, brauche ich kein Rohmetall und bin kein Oligarch.

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Der Türsteher vor dem Club „Soljanka“ kann wirklich sehr böse kucken. Trotzdem lässt er alle rein und der lustige, kleine Mann, der die Taschen kontrolliert fragt mich, ob ich Champagner in meiner habe. Nein, nur Bücher. Er wundert sich nicht darüber und lässt mich rein. Hab vergessen die Tasche nach der Schule zu leeren und führe jetzt meine Russisch Lehrbücher mal richtig hip aus, in einen der coolsten Clubs der Stadt.

Meine Begleiterin erzählt mir, dass sie in nur drei Electro-Clubs geht in Moskau und das ist ihr Liebster. Ihr Ex-Liebster hat vor kurzem geschlossen. Der Club hat Holzfußboden, soll aber angeblich alles 1A Schall gedämmt sein. Wir sind von rohem Mauerwerk umgeben, über der Bar hängen riesige, runde 70er Jahre Lampen. Auf den Festerbrettern kann man sitzen, es gibt den einen oder anderen Tisch mit Stuhl, in diesem Raum, aber sehr rar gesät, hier soll getanzt werden. Noch legt der DJ für drei leicht mit der Hüfte wippende Frauen in wenig Textil auf. Und uns. Wir sitzen auf dem Fensterbrett und versuchen uns zu unterhalten. Nebenbei versuche ich außerdem Fotos zu machen, ohne, dass es einer der Sicherheitsfuzzis merkt. Fotografieren ist hier nicht erlaubt. Weiter »

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Cause me so cool

Peter Nalitch hat auch mich bekommen, ich bin Fan! Der Gute ist wahnsinnig berühmt in Russland, weil er ein wunderbares Video bei youtube reingestellt hat und das will ich Euch nicht vorenthalten.

Eigentlich hat er Architektur studiert, ihm war aber im dunklen Büro so langweilig beim Plänezeichnen, deswegen hat er Musik gemacht Das wäre aber natürlich niemandem weiter aufgefallen, wenn er nicht mit seinen Freunden auf seiner Datscha auch Langeweile gehabt hätte. Die haben einfach Nonsens gesungen und bumms, jetzt gibt er große Konzerte. Das Auto aus dem Video fährt übrigens tatsächlich nicht mehr. Man achte auf seine Mimik! Den muss man einfach lieben!

I have never been clever because need it never!

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