Diaspora drinking
„Let´s go to a hot place.“ hatte Arslan gesagt. Jonty hatte gefragt: „What hot place, you mean like a Sauna?“Jonty erzählt uns davon, wie sein Kumpel mit ihm hatte ausgehen wollen, er ist Entertainer, wir sehen die Situation vor uns. Jonty macht den Arabisch-Russisch-Akzent nach: „No, no, very dry… and than the girls come.” Jonty dachte an Bekannte oder Freundinnen. “What makes them come?” “You call them… and
than you pay extra.” Wir sitzen in einer kleinen Wohnung nicht weit von Naltschiks Zentrum entfernt, trinken türkischen Kaffee, essen Baklava und lachen laut. Jonty ist US-Amerikaner, aber eigentlich Kabardine, oder umgekehrt. Vor etwa einem Jahr hat er angefangen, seine Wurzeln zu erkunden. Kabardinisch spricht er in New Jersey kaum, sehr selten, mit seinem Vater. Das Wohnzimmer, in dem wir sitzen, hat eine Freundin von ihm, Zaina gemietet. Sie ist auch Kabardinin, kommt allerdings aus Jordanien. Die Kabardinen sind überall, nur nicht in Kabardino Balkarien. Hier gibt es etwa eine Million, draußen, in der Diaspora, sind es vier Millionen. Sie sind in den USA, in Jordanien, in Syrien, in der Türkei und in Deutschland. In Deutschland? Ja, klärt mich Jonty auf, die meisten in Hannover. Weiter »
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