Aus aktuellem Anlass – hab was Schönes zur Inthronisierung von Präsident Medwedew gefunden, im Zusammenhang mit meinen moskauer Trink- und sonstigen Erfahrungen. Die erwähnten Schlüppa hab ich tatsächlich nicht gesehen, hätte mir sonst welche gekauft. Definitiv! Ja, ja, Wowa und die jungen Frauen. Ein running Gag mit meinen russischen Freunden: Diane steht auf Putin. Zitat aus dem Tagesspiegel:
Medwedews Imageberater haben sich offenbar darauf verständigt, ihn als Kopie des frühen Tony Blair und Archetyp des netten Schwiegersohns zu verkaufen: Gut erzogen, gut aussehend, gut angezogen, gut gelaunt. Auf Dima, wie jüngere Russen gerufen werden, die eigentlich Dmitri heißen, fahren daher vor allem ältere Damen ab. Weiter »
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Datum: 7. Mai 2008
„UL-JA-NOWSK… wie klingt denn das, voll doof! SIM-BIRSK, klingt viel besser.“ sagt Albert und grinst spitzbübisch. Auch er ist Musiker, alles muss gut klingen. Uljanowsk, die Stadt an der Wolga, in der Lenin geboren wurde (Wladimir Iljitsch Uljanow), soll umbenannt werden. Oder richtig: soll ihren ursprünglichen Namen wieder bekommen, Simbirsk.
Die Sowjetzeiten werden schon seit einiger Zeit von der Landkarte getilgt. Leningrad ist jetzt St. Petersburg, klar, weiß jeder. Samara, auch an der Wolga, war früher Kujbyschew und Jekaterinburg hieß Swerdlowsk. Die Umbenennung von Uljanowsk wird im Stadtparlament schon seit Jahren hitzig diskutiert, jetzt diskutieren wir auch, allerdings weniger hitzig. Mehr zur Entspannung, nach dem anstrengenden Tag in der Sonne am Wolgastrand und beim Essen, ha.
Ich muss dieses Thema ausdiskutiert wissen, schließlich ist Lenin nicht irgendein sowjetischer Politiker, den im Westen niemand mehr kennt oder je gekannt hat, entschuldigt mal bitte. Aigul ist 25, wurde hier geboren und ist pragmatisch. Sie sagt, vor allem sei diese Umbenennung teuer, das Geld könne man für andere Sachen besser gebrauchen, um die Straßen auszubessern zum Beispiel. Ja, die geben Stoßdämpfern was zu tun. Weiter »
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Datum: 6. Mai 2008

Gesehen auf der blauen Linie, eingestiegen in der Smolenskaja. Gut, es sind nur Blumen, aber die täten der Berliner U-Bahn auch mal gut.

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Datum: 4. Mai 2008
“Nein, Russland ist natuerlich keine Demokratie… aber die USA auch nicht …und Europa auch nicht. Da berichten doch alle das Gleiche ueber Russland, wie kann das Pressefreiheit sein? … Ausserdem habt Ihr Berlusconi und Sarkozy…Putin hat viel Gutes fuer Russland getan…Ich hasse Putin natuerlich… aber Medwedew ist nichts gegen Putin…” Paul ist 29 Jahre alt und betrunken. Aber all das, was er sagt, ist nichts Neues, ich kenne diese Gespraeche, sie haben nichts damit zu tun, dass wir die dritte Flasche путинка
(Putinka Wodka) leeren. Ich kenne niemanden, der Putin wirklich “mag”. Es ist Respekt da, Respekt fuer seine Leistung, Stabilitaet herzustellen, nach den wirren Jelzin-Jahren. Die Wirtschaft waechst, die Renten sind gestiegen und die Welt hoert wieder zu, wenn Russland spricht. Und dann kommen die Westler, sagen immer das Gleiche. Es ist ermuedend. Den ganzen Abend haben wir rumgealbert, ueber Musik gesprochen, ueber Wodka, ueber uns, was wir so machen. Haben gespielt mit unseren Sprachen. Weiter »
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Datum: 28. April 2008
1. Putin ist weg. Ja, HAHA! Ich meine die Putin-Gemaelde, die man frueher in den Strassenunterfuehrungen kaufen konnte. Ersatzlos gestrichen. Medwedew will keiner malen. Stattdessen: Landschaften, Blumen, kleine Hunde und nackte Frauen. Schade, einen Putin, der sich lasziv auf einem Diwan raekelt haette ich gerne gehabt. Chance verpasst.
2. Man darf hier noch ueberall rauchen.
2. a) Parliament sind super! Weiter »
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Datum: 27. April 2008
Mein lieber, netter, toller Freund Paul aus Moskau macht jetzt Jazz. Vor sechs Jahren, als wir uns kennen gelernt haben, hat er noch geschrammelt und ins Mikro gegröhlt, wir haben Wodka getrunken und wild getanzt (schon allein deswegen, weil im Proberaum Minusgrade herrschten und wir uns aufwärmen mussten), aber wir werden alle nicht jünger. Jetzt nun also Rotwein-Musik und zwar Gute. An dieser Stelle kommt der geneigte Blogleser ins Spiel. Weiter »
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Datum: 18. April 2008
Wenn die Doors sich Hörner leihen, um bei Trotzkis Bar-Mitzwa zu spielen und Manzarek seine Kippa zu Hause vergessen hat, dann klingt das wie Nayekhovichi. Das sagen die Jungs aus Petersburg über sich selbst und nach dem ersten Lied, weiß man was sie meinen. Nayekhovichi spielen ganz großartigen russischen Punk-Psychedelic-Garage-Klezmer-Rock`n Roll und jiddischen Sowjet-Pop. Das machen sie schon seit 2004, zuerst als dreier Kombo auf russischen Hochzeiten, jetzt zu viert auf Bühnen auf der ganzen Welt. Weiter »
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Datum: 15. April 2008