Na toll, ausgerechnet das Internet-Zentralorgan Spiegel online musste mich aufklären: Eine Zeitschrift aus Russland, die mir bestimmt viel Spaß gemacht hätte (auch, weil sie auf Englisch ist, mein Russisch reicht noch (!) grad mal für die Kinder-Seite in den Zeitungen) wird jetzt eingestellt. Das satirische Politmagazin EXILE nämlich. Der Zensur erlegen, offenbar. Zensur kennt viele Wege.
Ein bisschen was hab ich auf deren Homepage schon gelesen, ich mag den Stil, schön ironisch. Mal sehen, wie es damit weiter geht.
+++++noch 14 Tage, bis ich wieder in Russland bin+++++++
Kategorien: Gesehen und gemacht |
Datum: 23. Juni 2008
Bei meinem Besuch in Uljanowsk habe ich natürlich auch meine alte Wirkungsstätte besucht: die Redaktion der Rundschau, in der ich vor sechs Jahren (oder sinds schon sieben?) ein Praktikum gemacht habe. Das markiert ja den Beginn meiner Russland-Liebe. Ich bekam nicht nur Tee und Schokolade und konnte sehen, dass sich fast nichts verändert hat, ich wurde auch interviewed. Lustig. Hier nun das Resultat und der Zweifel: so hab ich das alles gesagt? Nein, natürlich nicht genau so, aber ich werd einen Teufel tun, Interviews absegnen zu wollen, divenhafter Dreck. Viele Grüße an die Kollegen.
Wenn man aufs Bild klickt, muss man es vergrößern…und so sah ich vor sechs (verdammt, das sind, glaub ich, echt sieben) Jahren aus.
Und in Spanien ist doch wirklich ein schönes Wetter, oder?
++++++ noch 32 Tage, bis ich wieder in Russland bin+++++
Kategorien: Gesehen und gemacht |
Datum: 4. Juni 2008

Master and servant
Ich will an dieser Stelle eigentlich gar keine Worte verlieren. Das steht für sich oder gar nicht. Bild und Bildunterschrift gefunden im economist, der ja gemeinhin nicht für seinen überbordenden Humor bekannt ist. Um genau zu sein, hat mich mein Kumpel Phillip darauf aufmerksam gemacht. Der economist gehört nämlich nicht zu meiner Standart-Lektüre. Wer jetzt trotzdem Wert auf den Artikel legt, bitteschön.
+++++++Noch 35 Tage, bis ich wieder in Russland bin++++++
Kategorien: Gesehen und gemacht |
Datum: 1. Juni 2008

Kehren wir zurück zur Musik, is ja kein Putin-Blog hier, das wollen wir gar nicht erst einreißen lassen.
Bei der Band Cosmonautix handelt es sich um berlinerische Russen, russische Berliner. Und die kommen auch nicht ohne Zaren, Kosaken, Kasatschok und Balalaika aus. Aber ist man in der Ferne nicht immer am meisten Bürger seines Landes… Die vier jungen Herren lassen ihre russische Seele in Berlin in Form von Punk, Ska, Klezmer, Reggae und Rock klingen. Weiter »
Kategorien: Gesehen und gemacht, Popkultur, Russland in Berlin |
Datum: 28. Mai 2008

Revolution: Gibts nicht! Sagt Putin. Albert hat den Artikel nicht nur an seine Wand gehängt, er hat Putins Gesicht auch grün ausgemalt. Hatta Recht, wa: Revolution wirds nich geben! Kann ma nix machen. Weiß jetzt jeder bescheid.
Kategorien: Gesehen und gemacht |
Datum: 19. Mai 2008

Ein Denkmal für einen Buchstaben, schöne Sache das. Gibts in Uljanowsk, an der Wolga. Da hat der Gouverneur Sergej Morosow angeordnet: alle Beamten haben in offiziellen Dokumenten wieder das ё zu benutzen, es darf nicht sterben, rettet das ё! Die Krux mit diesem Buchstaben ist, dass man ihn eigentlich nicht zwingend braucht, man kann genauso gut einfach eлка (jolka) schreiben, wenn man Weihnachtsbaum meint. Eigentlich und korrekt heißt es ёлка. Weiter »
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Datum: 14. Mai 2008
Sprache ist lustig. Sprache ist auch Kommunikation, wenn man sie nicht perfekt bedienen kann. Sprache kann abendfüllend sein. Meine russischen Freunde bringen mir lustige, neue Schimpfwörter bei. „PIANAJA ROSCHE“ (rollendes R, langes o weiches sch), ich wiederhole es, alle lachen. Ich finde es irgendwie poetisch, tatsächlich heißt es aber so was wie „besoffenes Gesicht“, nur sehr grob, ich soll das lieber nicht im Russischunterricht benutzen. In meinen Ohren klingt es, wie ein Kosewort, ich wiederhole es ständig, die anderen kriegen sich gar nicht mehr ein. Im Russischen kann man leicht die Wörter schreiben (pisát) und pinkeln (písat) verwechseln, es liegt an der Betonung. Das ist mir natürlich einmal im Russischunterricht passiert, die Lehrerin wurde ganz nervös.

Meine Freundin Aigul macht aus Mücke und Fliege Flücke und ich freu mich, es klingt tatsächlich wie ein richtiges deutsches Wort. Wir benutzen es seitdem als Oberbegriff für fliegendes, nervendes Getier.
Wenn wir uns unterhalten, tun wir das immer auf Deutsch. Sie ist Übersetzerin.
„Aber ich muss doch Russisch lernen!“
„Ja, aber nicht mit mir!“ Sie hat Recht. Wenn wir uns sehen, müssen wir schnell Informationen austauschen, vor allem Frauen-Informationen. Geschichten aus unserem Leben eben. Aber auch über Politik, Bücher, Musik und Banalitäten. Wir reden beide gern und viel. Weiter »
Kategorien: Gesehen und gemacht |
Datum: 11. Mai 2008