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Von Schlampen und Gebäck

Sprache ist super. Das ist dann wohl der zweite Teil einer Serie über Sprachmissverständnisse und -witze. Ich bin mir sicher, es werden viele folgen.

Es ist meine erste Russischstunde, der zweite Gruppenteilnehmer, Scott, hat für heute abgesagt, ich bin mit Marvina allein. Sie ist jung und schön, unglaublich witzig, aufgeweckt und meine Lehrerin. Wir versuchen auf Russisch zu plaudern, ich mache Fehler, aber deswegen bin ich ja hier. Wir sammeln Adjektive und sprechen über eins meiner Lieblingsthemen: Musik. Wie kann Musik sein? Laut, leise, langsam, traurig, fröhlich, blöd und… ich denke nach…starre sie an…dann fällt mir noch eine Vokabel ein: SUSCHKI!

Das Lachen bricht aus ihr heraus, Marvina wirft den Kopf nach hinten, schreit, kichert, schlägt auf den Tisch, wischt sich Tränen aus den Augen vor Lachen, legt den Kopf auf den Tisch, bekommt sich nicht mehr ein. Ich kann noch nicht lachen und warte, bis es vorbei ist. Weiter »

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Kreml-Monster

Kaum eine Woche da, hab ich schon einen super touristischen Insider-Tipp, sollte jemand mit dem Gedanken spielen, demnächst mal nach Moskau zu fliegen. Ich darf nämlich Zeuge einer Hostel-Neueröffnung sein.

wanja1

Eigentlich wollte ich mit Wanja Bier trinken, einfach so, irgendwo. Aber nein, mit Wanja kann man nicht still sitzen, quatschen, entspannen. Er ist Manager eines Hostels auf der Arbat, der Touri-Meile von Moskau. Und nebenbei hat er, heimlich, mit seinem Kumpel Miroslav ein eigenes Hostel eröffnet, es soll “Kremlin” heißen, also Kreml. Ständig klingelt sein Telefon. Er geht nicht, er rennt, er redet nicht, er schreit. Jeder seiner Sätze endet mit einem Ausrufezeichen. Weiter »

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Vika (24)

Dies ist der erste Teil meiner Streetwear-Serie, in der ich in unregelmäßigen Abständen Menschen vorstellen werde, deren Style mir gefallen hat.

Vika, 24

Vika ist 24 und kommt ursprünglich aus der nordsibirischen Stadt Norilsk. Jetzt arbeitet sie in einer Galerie für moderne Kunst in Moskau, gleich neben dem roten Platz. Beide Oberteile hat sie aus Japan mitgebracht, wo sie ein Jahr gelebt hat, die Hose ist von Diesel.

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der gute Geschmack

in Moskau wohnt wo? Na? Na? In meinem neuen Viertel. Weiter »

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Ankunft

Es ist heiß in Moskau, überall wird gebaut. Die Metro ist immer voll, zu Stoßzeiten mehr, aber sonst eigentlich auch. Und das, obwohl alle paar Sekunden ein Zug kommt. Die Türen schließen mit einem dröhnenden Knall, der Zug fährt ab. Für etwa eine Sekunde ist der Bahnsteig leer, dann ströhmen sie wieder herbei, die Moskauer, aus den anderen Linien, von draußen. Es sind drei Sekunden vergangen und überall sind Menschen. vier-fünf-sechs- man hört den nächsten Zug kommen – sieben – man sieht ihn – acht Sekunden: er ist da. Das Spiel geht von vorne los, der Knall. Sitzt man drin, ist es so laut, dass man sich selbst nicht denken hören kann, der Zug stößt einen hin und her, wirft Omas von den Füßen, weil er abrupt bremst, riecht nach Kabelbrand, Staub und Geschichte. Mit diesen Bahnen, auf diesen Strecken, sind die Menschen schon gefahren, um sich 1953 von Stalin zu verabschieden. Davon lese ich, während ich drin sitze, Ljudmila Ulitzkaja, “Reise in den siebten Himmel”. Und so fühle ich mich, in der Moskauer Metro, wie im Himmel. Neben mir ein mongolischer Gastarbeiter, ganz sicher hat er kein Arbeitsvisum. Vor mir eine dicke Frau mit Bart, an der Tür ein küssendes Pärchen. Sie ist wunderschön, ganz in Lila gekleidet, jung, stylish. Er trägt seine Jeans ein bißchen zu weit unten, ihr gefällts. Gelächelt wird in der Moskauer Metro eigentlich gar nicht. Mir gefällts. Warum, weiß ich nicht, Liebe lässt sich nicht erklären und wer will das schon? Weiter »

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Abschied

Bevor man etwas Neues beginnt, muss man erst das Alte beenden. Nach 2,5 Jahren am 100,6 MotorFM Mikrofon, habe ich mich am Montag verabschiedet. Das war auch traurig. Aber jetzt kommt Russland, sechs Monate Abenteuer.

Mein Abschied, nach vier Stunden Doppelmoderation mit meiner Nachfolgerin Frederike Ruhl:

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+++++++noch 4 Tage, bis ich wieder in Russland bin++++++

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Rossija – Champion!

Da kucken wir aber alle komisch: die Russen im EM-Halbfinale? Auf den Straßen Moskaus wird jetzt wie bei uns gehupt und gejubelt, nein lauter. Ich wollte aber auch wissen, was die jungen Leute so machen, die ich kenne. Beim Spiel, vor dem Spiel, nach dem Spiel. Hupen sie? Interessiert es sie überhaupt? Nationalstolz de luxe?

Da ich aber noch in Berlin bin und sie nicht fragen kann, hab ich eine kleine Email-Umfrage gestartet. Hier die ersten Ergebnisse: Weiter »


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