Peter Nalitch hat auch mich bekommen, ich bin Fan! Der Gute ist wahnsinnig berühmt in Russland, weil er ein wunderbares Video bei youtube reingestellt hat und das will ich Euch nicht vorenthalten.
Eigentlich hat er Architektur studiert, ihm war aber im dunklen Büro so langweilig beim Plänezeichnen, deswegen hat er Musik gemacht Das wäre aber natürlich niemandem weiter aufgefallen, wenn er nicht mit seinen Freunden auf seiner Datscha auch Langeweile gehabt hätte. Die haben einfach Nonsens gesungen und bumms, jetzt gibt er große Konzerte. Das Auto aus dem Video fährt übrigens tatsächlich nicht mehr. Man achte auf seine Mimik! Den muss man einfach lieben!
I have never been clever because need it never!
Kategorien: Popkultur |
Datum: 27. Juli 2008
Katharina die Große wollte ja immer Amüsemang.
Unter anderem hat sie sich dafür in Moskau einen Garten bauen lassen. In dem sollte es nie langweilig sein und damit das auch der letzte Blödmann versteht, hat sie ihn „Nicht langweiliger Garten“ genannt. Ne Skutschni S(ß)ad.
Das heißt, wie wir ja wissen, nicht, dass Schlampen keinen Zutritt haben oder dass dort kein Gebäck verzehrt werden darf. Man möge sich dort bitte lediglich amüsieren, möglichst gut. Das tat ich, mit zwei Freunden. Von denen weiß ich dass es mal einen Christian aus München gab. Der kannte nicht den Unterschied zwischen den beiden russischen „S“. Das zweite wird gesprochen, wie ein „ß“. Und Christian hat immer „nicht langweiliger Po“ gesagt, statt Garten.
Wir saßen da nun also auf unseren Sads, im ßad, tranken Bier und sie erzählten mir, dass sie nicht zur Wahl gegangen sind, um Medwedew zu wählen. Sie hatten nämlich verschlafen, den ganzen Tag, weil sie die Nacht durchgefeiert hatten. Aber wählen in Russland macht sowieso keinen Spaß und außerdem wird Hedonismus hier überhaupt noch klein geschrieben, sagen sie. Ich weiß noch gar nicht, wie Hedonismus hier geschrieben wird. Die Sonne geht unter, an der Moskwa gehen die Lichter der Bars an, die Brücke leuchtet grün. Weiter »
Kategorien: Die Zukunft Russlands, Gesehen und gemacht |
Datum: 26. Juli 2008
Eigentlich wollte ich zu einem Indie-Rock Konzert, stattdessen bin ich bei einer TV-Aufzeichnung gelandet. Aber ich musste nicht jubeln, zumindest hat mich niemand dazu aufgefordert.

Ich hatte Kostja, einen befreundeten Keyboarder, gefragt, wo was wann los sei, er hat wiederum Anton, seines Zeichens Drummer, gefragt und der hat in sein schlaues Buch geschaut. In dem notiert er alle wichtigen Musik-Termine in Moskau.
CЮР – stand da: Indierock, Mittwoch, 23. Juli 2008.
Er selbst kommt nicht mit, weil er grade mit einem Producer zusammen an seiner eigenen Musik rumschraubt, Anton mach auch Indie-Rock und Funk.
Kostja und ich sind also allein und viel zu spät.
Wir rennen schwitzend durch den Moskauer Abend. Hier war ich zwar noch nie, aber es sieht aus, wie fast überall, große Werbetafeln, große Wohnhäuser, große Straßen. Die Metrostation heißt Straße des Jahres 1905. Was war da noch mal? „Die erste Revolution in Russland, die, die nicht erfolgreich war. Die Vorgänger-Revolution von der „Richtigen“ 1917.„ Weiter »
Kategorien: Popkultur |
Datum: 24. Juli 2008

Der Ivan 2008 sieht so aus. Er ist 21, geht auf eine Schauspielschule und kauft alle seine Sachen bei hottopic.com. Gesehen auf dem Afischa-Festival. Er war sehr nett, warum er so komisch kuckt, weiß ich nicht.
Kategorien: Style |
Datum: 22. Juli 2008
in Moskau das Afischa-Festival. Und ganz ehrlich: als Ex-Love-Parade-Besucherin (das ist lange her), bin ich sicher, auf der richtigen Veranstaltung gewesen zu sein.
Das Afischa-Picknick ist ein Jugendfestival, das jedes Jahr von der in Moskau beliebten Kultur-Zeitschrift Afischa veranstaltet wird. Mit dabei waren in diesem Jahr unter anderem Trip-Hop Queen Martina Topley-Bird, The Teenagers und die russischen Superstars Leningrad.

Die Milizionäre sehen aus, wie aus einer anderen Zeit. Olivgrüne Uniformen, grotesk große Kopfbedeckungen, absurd ernste Gesichter.
Um sie herum ist alles bunt. Emo-Mädchen, Indie-Jungs, Chucks, zu viel Bein, zu viel Brust, zu wenig Rock, lila Haare, Dreadlocks, Batik, Totenköpfe, Piercings. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinkucken soll. Weiter »
Kategorien: Die Zukunft Russlands, Popkultur |
Datum: 20. Juli 2008
Es kann einem in Moskau nicht passieren, dass man durch die Straßen läuft und denkt: „Hm, sone Rose wär jetzt schön oder eine Margerite…“ und keine findet. Diese Stadt ist voll von Blumenläden, beziehungsweise Blumenkiosken. Kleine bunte Boxen, gefüllt mit prächtigen Bouquets, geschmückt mit bunten Folien, Schleifen, Schleierkraut. Rosen mit so langen Stielen und so großen Blüten, dass man Angst bekommt. Ja, Blumenläden sind toll, nie würde ich was gegen Blumenläden sagen, ich bin ja kein Unmensch, aber so viele!?

Sollte man tatsächlich mal Bedürfnisse haben, die über das Blumenkaufen hinausgehen, muss man manchmal länger suchen, als nach Tulpen („Hm, jetzt eine Flasche kaltes Wasser!“, „Hm, jetzt eine Zigarette.“).
Hier ein besonders schöner Schnappschuss, da er gleich zwei Blumenläden nebeneinander zeigt (Zweti)
Eine kleine Umfrage unter meinen russischen Bekannten hat ein wenig Licht ins Dunkel gebracht. Weiter »
Kategorien: Gesehen und gemacht |
Datum: 18. Juli 2008

In Moskau findet in diesem Monat die erste Biennale für junge Kunst statt, ich wollte wissen, wie sie aussieht und wie sie sich anfühlt und hab mir ein paar Veranstaltungsorte angeschaut.
„Was wollt Ihr denn hier? Geht in die Sonne, an den See, macht Sport!“ Der alte Mann ist sicher jünger, als er aussieht. Er ist Pförtner vom „Fabrika Projekt“, einer ehemaligen Fabrik, die jetzt als Galerie genutzt wird und er meint es ernst. Sollen wir gehen? „Woher wisst Ihr überhaupt, dass es hier Kunst gibt?“ Mein Begleiter ist verdutzt, sagt: „Aus der Zeitung.“
Ich denke: es ist doch Biennale. „Na, dann geht halt rein.“
Wir gehorchen und schwitzen. Hätten wir vielleicht doch an den See gehen sollen? Weiter »
Kategorien: Popkultur |
Datum: 16. Juli 2008