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Kulinarisches

Es folgen keine Kochrezepte aus der Russischen Küche, sondern meine ganz persönlichen Erfahrungen mit der eben genannten.

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Pelmeni, Blini und Piroschki sind allseits bekannt. Maultaschen, Eierkuchen und gefüllte Teigtaschen. Aber darüber hinaus haben Russische Eßgewohnheiten noch Überraschungen parat, die ich erst auf dieser Reise entdecken konnte oder  mit denen ich jetzt besonders intensiv konfrontiert wurde.

Zum Beispiel Tworog mit Smetana, zu Deutsch: (trockener, bröseliger) Quark mit Schmand. Warum sollte man so was essen, dachte ich, als ich es in Belgorod, bei Artur, das erste Mal gesehen habe. Das ist ja wie Käse in Milch mit Butter, das muss ja nicht sein. Bis ich es eines Tages dann ungefragt vorgesetzt bekommen habe. Um nicht nur einfach zwei verschiedene Milchprodukte zusammen zu essen, habe ich mir allerdings noch heimlich eine Banane rein geschnitten und Feigenmarmelade hineingerührt. Dann war es eine Art Fruchtquark und sehr lecker. Allerdings war mir danach schwindlig, wahrscheinlich litt ich an einem Eiweißschock. (Albert hat allerdings angemerkt, dass ich ja auch Eis mit Sahne esse, zwei Milchprodukte zusammen, da hat er auch wieder Recht.)

Ein großes Problem für mich hier sind Mayonnaise-Salate, weil ich sie liebe. Als ich vor sieben Jahren aus Russland zurückgekommen bin, habe ich deswegen rund vier Kilo mehr gewogen als vorher.

Da wäre einmal der berühmte Olivier-Salat. Der besteht aus Kartoffeln, Erbsen, Ei, manchmal Zwiebeln und Möhrenstücken und sehr viel Mayonnaise. Aber das Repertoire der Mayo-Salate ist riesig: mit Krebsfleisch, mit Leber, mit Nudeln, mit roter Beete, mit Hering, mit Tomaten und Gurken, mit Tunfisch oder mit Reis und Erbsen und das war noch lange nicht alles.

Ein großer Suppen-Fan war ich noch nie, zu Hause mache ich mir nur einmal im Jahr eine Suppe und zwar wenn ich eine Erkältung habe. Hier habe ich allerdings die Vorzüge der Soljanka entdeckt. Fleisch, Speck, saure Gurken ein bisschen Kartoffel, Oliven und Smetana. Sie schmeckt, sauer, salzig, kräftig und ist das perfekte Hang-over-Essen.

Schaschlik! Ein paar Wochen lang mein täglich Brot. Im Süden Russlands, zwischen Rostow am Don und Wolgograd gab es nichts Anderes für mich. Dazu ein Salat aus Tomaten und Gurken – explizit ohne Mayonnaise bitte! Die Qualität schwankt natürlich erheblich, wie das immer so ist. In Rostow am Don saß ich am Don und aß eins der besten Schaschliks meines Lebens, in Anapa, am Meer, war der Hammel alt. In Naltschik war das Schaschlik ein Wildhuhn und unglaublich gut, in Wolgograd musste ich das Schwein liegen lassen, weil es sich nicht essen lassen wollte. In Sotchi hat mich die Verkäuferin angeschaut, als wär ich ein Außerirdischer, als ich Schaschlik ohne Zwiebeln bestellt habe. Und in Saratow wollte ich der Kellnerin auf den Fuß treten, weil sie so unfreundlich war, hab mich aber mit ihr versöhnt, weil sie unglaublich gutes Lachs-Schaschlik gebracht hat.

Zu Bier isst man in Russland. Brotchips, getrockneten Fisch – in tausend verschiedenen Ausführungen – oder geräucherten Käse. Zu Tee isst man Kekse, Konfekt oder Marmelade mit dem Löffel. Beide Geschmackserlebnisse sind sehr intensiv, was dazu geführt hat, dass ich immer nur „oh, salzig!” oder „oh, süß!” gesagt habe. Mehr ist mir vor Schreck nicht eingefallen.

Plow. (Oben im Bild, meine Portion wurde bereits von den rohen Zwiebeln befreit). Reis mit Möhren, Gewürzen und gebratenem Fleisch, wenn man Glück hat nicht teuer und lecker.

3 Kommentare zu „Kulinarisches“

  1. Albert sagt:

    Nice! I realised I’m hungry though)

  2. Albert sagt:

    “Albert hat allerdings angemerkt, dass ich ja auch Eis mit Sahne esse, zwei Milchprodukte zusammen, da hat er auch wieder Recht”

    Damn, I’m good =)

  3. Diane sagt:

    I KNOW!
    :)

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