3 »

Kreml-Monster

Kaum eine Woche da, hab ich schon einen super touristischen Insider-Tipp, sollte jemand mit dem Gedanken spielen, demnächst mal nach Moskau zu fliegen. Ich darf nämlich Zeuge einer Hostel-Neueröffnung sein.

wanja1

Eigentlich wollte ich mit Wanja Bier trinken, einfach so, irgendwo. Aber nein, mit Wanja kann man nicht still sitzen, quatschen, entspannen. Er ist Manager eines Hostels auf der Arbat, der Touri-Meile von Moskau. Und nebenbei hat er, heimlich, mit seinem Kumpel Miroslav ein eigenes Hostel eröffnet, es soll “Kremlin” heißen, also Kreml. Ständig klingelt sein Telefon. Er geht nicht, er rennt, er redet nicht, er schreit. Jeder seiner Sätze endet mit einem Ausrufezeichen. Aber dabei lacht er, scherzt, ist herzlich, freut sich ständig über irgendetwas, nur um sich dann wieder schrecklich über irgendetwas anderes aufzuregen. Nach einer Stunde mit Wanja sehnt man sich erstmal eine Weile nach der absoluten Stille und Bewegungslosigkeit. Wir sitzen also nicht, wir joggen, von der Station Krasnopresnenskaya, über die Hauptstraße. Autolärm, riesige Häuser, nach Hause hastende Menschen, drückende Asphalthitze.

“Das ist nicht so weit…eigentlich ist das gar nicht so weit…also es ist nicht ZU weit für die Gäste, oder?” Er steckt sich eine Zigarette an, schaut hektisch nach rechts, nach links, schaut mich erwartungsvoll an. Was soll ich schon sagen, wir sind ja nicht einmal da, woher soll ich wissen, ob es zu weit ist!? Einmal nach rechts abbiegen, die Straße wird kleiner, grüner, schöner. Wanjas Telefon klingelt, er redet schnell hinein. Die Sonne geht langsam unter.

Wir kaufen noch ein paar Bier im kleinen “Produkti”-Laden, biegen ab, in einen idyllischen Hof, Eisentür auf, mit dem OTIS-Fahrstuhl nach oben. In den 4. Stock eines normalen Moskauer Wohnhauses, eines Plattenbaus. Im Hausflur riecht es nach Urin und Gemäuer, in der Wohnung nach Putzmittel und Ikea. Nastja öffnet die Tür. Sie schaut etwas verlegen auf ihre Hose, die weiße Flecken hat, es ist ihr peinlich, dass sie jemanden kennen lernt und nicht tadellos aussieht. Wanja geht Hochbetten zusammen schrauben und schweigt dabei. Die Ikea-Gewinde fordern seine ganze Konzentration.

nastja1

Ich rauche mit Nastja auf dem Balkon. Wir reden auf Russisch und Englisch, haben sofort Spaß. Sie wird die neue Managerin. Nach grade mal zehn Tagen in Moskau hat sie diesen Job von Wanja angeboten bekommen, den sie auch erst seit zehn Tagen kennt. Manchmal läufts eben im Leben.

Wer also in Moskau absteigt, sollte unbedingt Nastja, Wanja und Miroslav besuchen. Die drei geben sich große Mühe und sind herzallerliebst. Nastja und Wanja sprechen außerdem ausgezeichnet Englisch. Und wenn man ein paar Bier kaufen will, sieht man diese wundervolle Kirche:

kirche2

Übrigens: ich finde nicht, dass es ZU WEIT weg ist von der Metrostation.

www.hostel-kremlin.com/

3 Kommentare zu „Kreml-Monster“

  1. Hostel Blog » Hostelinfos » Hostel-Neueröffnung in Moskau ( Russland ) sagt:

    [...] eines Beitrages in Diana´s Blog bin ich überhaupt auf dieses kleine Hostel aufmerksam geworden, ihr Blog behandelt den [...]

  2. eugenia sagt:

    hallo :-)
    kannst du vielleicht noch ein wenig über das hostel erzählen: hat es schließfächer?
    gibt es eine andere möglichkeit dort seine wertsachen zu deponieren?

    hat die gegend von der metro zum hostel einen gefährlichen eindruck auf dich gemacht?

    grüße,…

  3. Diane sagt:

    Schließfächer hat es, glaub ich nicht. Aber Du kannst Nastja mal fragen, wie die das da machen. Ich hab einfach immer meine Handtasche dabei, mit Kamera und Geld.

    Die Gegend ist völlig in Ordnung, mitten Im Zentrum, beim Zoo.
    Aber ich fühl mich in Moskau sowieso gar nicht bedroht. Nur die Gegenden um die Bahnhöfe sind eklig, wie in fast jeder grossen Stadt. Da würd ich auf mein Zeug besonders gut aufpassen.
    Grüsse und viel Spaß

Kommentieren