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Endlich Wodka, endlich Russen

“Nein, Russland ist natuerlich keine Demokratie… aber die USA auch nicht …und Europa auch nicht. Da berichten doch alle das Gleiche ueber Russland, wie kann das Pressefreiheit sein? … Ausserdem habt Ihr Berlusconi und Sarkozy…Putin hat viel Gutes fuer Russland getan…Ich hasse Putin natuerlich… aber Medwedew ist nichts gegen Putin…” Paul ist 29 Jahre alt und betrunken. Aber all das, was er sagt, ist nichts Neues, ich kenne diese Gespraeche, sie haben nichts damit zu tun, dass wir die dritte Flasche путинка (Putinka Wodka) leeren. Ich kenne niemanden, der Putin wirklich “mag”. Es ist Respekt da, Respekt fuer seine Leistung, Stabilitaet herzustellen, nach den wirren Jelzin-Jahren. Die Wirtschaft waechst, die Renten sind gestiegen und die Welt hoert wieder zu, wenn Russland spricht. Und dann kommen die Westler, sagen immer das Gleiche. Es ist ermuedend. Den ganzen Abend haben wir rumgealbert, ueber Musik gesprochen, ueber Wodka, ueber uns, was wir so machen. Haben gespielt mit unseren Sprachen. Und dann wird das eherne Gesetz gebrochen: nicht betrunken ueber Politik sprechen. Natuerlich hab ich das initiiert. Aber das macht nichts, Sascha und Viktor, Bassist und Drummer von Pauls Band MondayFunk, wollen sowieso nicht ueber Politik sprechen. Sie sind 23 und 24 und Musiker, Punkt. Sie unterbrechen mich und Paul mit Filmzitaten aus Pulp Fiction und Snatch, bringen uns zum lachen. Ich hake nicht weiter nach im Gespraech mit Paul, dafuer wird spaeter noch genug Gelegenheit sein.

Bevor wir bei Putin gelandet sind, habe ich noch von den berühmten Metro-Hunden erfahren. Hunde, die in der Metro leben. “Is that a special race, lika a metro-race, you can`t find anywhere else?” Das Metronetz unter Moskau ist tasächlich riesig, fast eine Stadt unter der Stadt. Ich habe mich schon auf die Suche gehen sehen: Metro-Hunde! Ich war ganz aufgeregt. Aber es stellte sich heraus, dass die Geschichte nicht so spektakulär ist, wie ich dachte. Es handelt sich lediglich um ganz normale Straßenköter, die einfach in der Metro schlafen, weil sie im Moskauer Winter draußen erfrieren würden. Aber sie fahren Metro. Das ist doch auch schon was. Ich hab leider noch keinen gesehen.

3 Kommentare zu „Endlich Wodka, endlich Russen“

  1. clara sagt:

    grüße, liebe diane!

  2. ajgul sagt:

    ich vermisse dich schon, meine betrunkene Freundin:))

  3. Dr. Pauli sagt:

    Ich habe diesen Blog mit großem Interesse gelesen. Mir geht es auch so, dass die einseitige Berichterstattung - oft von Journalisten, die die russische Sprache nicht sprechen, unglaublich viel Unbehagen bereitet. Ich verfolge via Internet die Dinge in Russland. Leider habe ich z.Z. nicht die Möglichkeit, die Dinge direkt vor Ort zu sehen und mit den Leuten zu sprechen.

    Ich halte solche Beiträge wie den jetzigen für wichtig, um das Russland-Bild ein Stück facettenreicher zu machen.

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