…hat Kostja damals gesagt. Als ich dabei sein durfte, bei der Probe in einem Moskauer Hinterhof-Studio. Was sie geprobt haben, wer die Jungs sind, was sie sonst noch ueber Russische Musik gesagt haben, wie sie ohne T-Shirt aussehen und wie ihre Musik klingt: hier.
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Datum: 23. August 2008
Da wär ich gern dabei gewesen: Duzende Emo- und Gothic-Kids haben am Wochenende in der sibirischen Stadt Krasnojarsk demonstriert. Sie protestierten gegen Pläne der Distrik-Verwaltung, zu verbieten, im Emo- oder Gothic-Style zur Schule zu kommen. Weiter »
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Datum: 30. Juli 2008
kann man ja auch, wenn man schon weg gegangen ist.
Während mein neuer Ministerpräsident mit harschen Worten dafür sorgt, dass die Aktien der Firma Mechel durch seine Worte in den Keller fallen, gehe ich aus. Gott sei dank, brauche ich kein Rohmetall und bin kein Oligarch.

Der Türsteher vor dem Club „Soljanka“ kann wirklich sehr böse kucken. Trotzdem lässt er alle rein und der lustige, kleine Mann, der die Taschen kontrolliert fragt mich, ob ich Champagner in meiner habe. Nein, nur Bücher. Er wundert sich nicht darüber und lässt mich rein. Hab vergessen die Tasche nach der Schule zu leeren und führe jetzt meine Russisch Lehrbücher mal richtig hip aus, in einen der coolsten Clubs der Stadt.
Meine Begleiterin erzählt mir, dass sie in nur drei Electro-Clubs geht in Moskau und das ist ihr Liebster. Ihr Ex-Liebster hat vor kurzem geschlossen. Der Club hat Holzfußboden, soll aber angeblich alles 1A Schall gedämmt sein. Wir sind von rohem Mauerwerk umgeben, über der Bar hängen riesige, runde 70er Jahre Lampen. Auf den Festerbrettern kann man sitzen, es gibt den einen oder anderen Tisch mit Stuhl, in diesem Raum, aber sehr rar gesät, hier soll getanzt werden. Noch legt der DJ für drei leicht mit der Hüfte wippende Frauen in wenig Textil auf. Und uns. Wir sitzen auf dem Fensterbrett und versuchen uns zu unterhalten. Nebenbei versuche ich außerdem Fotos zu machen, ohne, dass es einer der Sicherheitsfuzzis merkt. Fotografieren ist hier nicht erlaubt. Weiter »
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Datum: 29. Juli 2008
Peter Nalitch hat auch mich bekommen, ich bin Fan! Der Gute ist wahnsinnig berühmt in Russland, weil er ein wunderbares Video bei youtube reingestellt hat und das will ich Euch nicht vorenthalten.
Eigentlich hat er Architektur studiert, ihm war aber im dunklen Büro so langweilig beim Plänezeichnen, deswegen hat er Musik gemacht Das wäre aber natürlich niemandem weiter aufgefallen, wenn er nicht mit seinen Freunden auf seiner Datscha auch Langeweile gehabt hätte. Die haben einfach Nonsens gesungen und bumms, jetzt gibt er große Konzerte. Das Auto aus dem Video fährt übrigens tatsächlich nicht mehr. Man achte auf seine Mimik! Den muss man einfach lieben!
I have never been clever because need it never!
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Datum: 27. Juli 2008
Eigentlich wollte ich zu einem Indie-Rock Konzert, stattdessen bin ich bei einer TV-Aufzeichnung gelandet. Aber ich musste nicht jubeln, zumindest hat mich niemand dazu aufgefordert.

Ich hatte Kostja, einen befreundeten Keyboarder, gefragt, wo was wann los sei, er hat wiederum Anton, seines Zeichens Drummer, gefragt und der hat in sein schlaues Buch geschaut. In dem notiert er alle wichtigen Musik-Termine in Moskau.
CЮР – stand da: Indierock, Mittwoch, 23. Juli 2008.
Er selbst kommt nicht mit, weil er grade mit einem Producer zusammen an seiner eigenen Musik rumschraubt, Anton mach auch Indie-Rock und Funk.
Kostja und ich sind also allein und viel zu spät.
Wir rennen schwitzend durch den Moskauer Abend. Hier war ich zwar noch nie, aber es sieht aus, wie fast überall, große Werbetafeln, große Wohnhäuser, große Straßen. Die Metrostation heißt Straße des Jahres 1905. Was war da noch mal? „Die erste Revolution in Russland, die, die nicht erfolgreich war. Die Vorgänger-Revolution von der „Richtigen“ 1917.„ Weiter »
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Datum: 24. Juli 2008
in Moskau das Afischa-Festival. Und ganz ehrlich: als Ex-Love-Parade-Besucherin (das ist lange her), bin ich sicher, auf der richtigen Veranstaltung gewesen zu sein.
Das Afischa-Picknick ist ein Jugendfestival, das jedes Jahr von der in Moskau beliebten Kultur-Zeitschrift Afischa veranstaltet wird. Mit dabei waren in diesem Jahr unter anderem Trip-Hop Queen Martina Topley-Bird, The Teenagers und die russischen Superstars Leningrad.

Die Milizionäre sehen aus, wie aus einer anderen Zeit. Olivgrüne Uniformen, grotesk große Kopfbedeckungen, absurd ernste Gesichter.
Um sie herum ist alles bunt. Emo-Mädchen, Indie-Jungs, Chucks, zu viel Bein, zu viel Brust, zu wenig Rock, lila Haare, Dreadlocks, Batik, Totenköpfe, Piercings. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinkucken soll. Weiter »
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Datum: 20. Juli 2008

In Moskau findet in diesem Monat die erste Biennale für junge Kunst statt, ich wollte wissen, wie sie aussieht und wie sie sich anfühlt und hab mir ein paar Veranstaltungsorte angeschaut.
„Was wollt Ihr denn hier? Geht in die Sonne, an den See, macht Sport!“ Der alte Mann ist sicher jünger, als er aussieht. Er ist Pförtner vom „Fabrika Projekt“, einer ehemaligen Fabrik, die jetzt als Galerie genutzt wird und er meint es ernst. Sollen wir gehen? „Woher wisst Ihr überhaupt, dass es hier Kunst gibt?“ Mein Begleiter ist verdutzt, sagt: „Aus der Zeitung.“
Ich denke: es ist doch Biennale. „Na, dann geht halt rein.“
Wir gehorchen und schwitzen. Hätten wir vielleicht doch an den See gehen sollen? Weiter »
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Datum: 16. Juli 2008