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Wie klingen die Bands, die in Russland – oder damals der Sowjetunion – Rock-Geschichte geschrieben haben? Wer waren die Musiker? Was haben sie durchgemacht? Was hat sie bewegt? Hier der zweite Teil meiner Serie.
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Kategorien: Popkultur |
Datum: 20. Oktober 2008
hat Juri Gagarin, der erste Mann im Weltall, gesagt, als es losging. Das heißt so viel wie Gehen wir, los gehts, na dann mal los… Pachejele ist ein Trinkspruch und ein geflügelter Ausdruck und Gagarin ein Trickfilm, den ich Euch zeigen will.
Kategorien: Popkultur |
Datum: 17. Oktober 2008
Eigentlich sind wir müde. Gestern hat Alberts Schwester Aigul geheiratet, wir haben lange auf der Straße getanzt, mit einem Ghettoblaster und Sekt, haben gelacht, über uns, bis uns die Bäuche wehgetan haben. Haben Goran Bregovic gehört, vor dem Kar Marx-Denkmal Faxen gemacht, wenig geschlafen. „Willst Du mit ein paar Freunden von mir trinken?” hatte Albert mich trotzdem gefragt. „Ja.” Habe ich trotzdem gesagt. Ich bin zwar todmüde, aber nicht zum Schlafen hier. Es ist der Abend nach der Hochzeit, alle sind abgereist, nur Albert und ich sind übrig geblieben. Die anderen sind wieder in Moskau oder Kasan. Wir in Uljanowsk, an der Wolga.

Nach ein paar Stationen mit der Tram wir sind da, wo wir hin wollen. Das Haus ist eines aus der Chruschow-Ära, würde ich sagen, mit meinen rudimentären Architektur-Kenntnissen. Die Chruschtschow-Bauten sind größer als die Breschnew-Häuser. Ansonsten ähneln sie sich sehr in meinen westlichen Augen, Beton-Blöcke, viele Fenster. Weiter »
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Datum: 14. Oktober 2008
Die Band Pulse of Reason aus Kazan macht Hard-und-Melodic-Rock-Metall -Eine Interview-Sound-Collage.

Maxim muss zwei Mal hupen, bevor ihn der Pförtner hört und das riesige Eisentor öffnet. Wir fahren auf einen Hinterhof in einem Industrieviertel, Baumaterialien liegen rum, Hunde spielen, es dämmert langsam. Weiter »
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Datum: 28. September 2008
Erklärbär: Kwartirniki sind Konzerte, die in Wohnungen (Kwartir) stattfinden. Zu Sowjetzeiten waren Rock- und andere Konzerte, die nicht auf Parteilinie lagen, verboten. Deswegen traf man sich heimlich in Wohnungen, die Bands spielten für ihre Freunde. Manchmal war der Andrang aber auch so groß, dass Karten verkauft werden mussten. Nur wer jemanden kannte, der jemanden kannte… bekam Karten für diese Underground-Events. Rockkonzerte sind zwar nicht mehr verboten, Kwartirniki gibt es aber trotzdem noch. Ich war bei einem Kaffee-und-Kuchen-Kwartirnik in Samara.
Treffpunkt: 17 Uhr vor dem Kulturpalast. Eine kleine Gruppe von Menschen hat sich versammelt, mehrer Autos stehen bereit. Warum eigentlich schon so früh? Will ich von Oksana wissen. Weil das Kwartirnik etwas außerhalb statt findet, heute Sonntag ist und morgen wieder alle arbeiten müssen. Sehr clever. Andrej steigt in ein Auto mit ein paar Jungs ein. Oksana und ich sitzen bei Dima im Auto, neben mir Julia. Sie sieht aus wie Liz Hurley. Weiter »
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Datum: 24. September 2008

Es ist ein Vergnügungspalast, wie man ihn in Russland oft findet. Ein riesiges Gebäude mit verglaster Front. Drin sind eine Schicki-Micki-Sushibar, ein Ultra-Mega-Multiplexkino, ein Casino, ein Glamourni-Club und der Ort, an den wir gehen. Die Oase in der Wüste, wie es Oksana nennt. Der Club heißt Kwasniak und obwohl wir durch lange Gänge mit grauem Linoleum und Chrom-Treppengeländern dorthin gelangt sind, fühlt es sich okay an, hier zu sein. Es ist düster, Rockmusik läuft, alles ist aus Holz, Oksana kennt wieder jeden. Sie stellt mir den Tontechniker vor, der sonst auch Musiker ist und sorgt danach dafür, dass wir sehr schnell unser Bier bekommen, weil sie den Barmann kennt. Weiter »
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Datum: 24. September 2008
“Du musst Joeschek w tumanje kucken!” Aigul und Artiom meinen es ernst: “Das ist Kunst und kein Trickfilm!”. Offenbar kennt jeder hier die Geschichte vom kleinen Igel, ist damit aufgewachsen. Kaum bin ich in Samara angekommen, erzählt mir Oksana von ihm.
Was hat es nur mit diesem Igel auf sich, das muss ja ein ganz toller Kerl sein, denke ich. Ich hab ihn mir natürlich angeschaut und was soll ich sagen: Ihr müsst Joeschek w tumanje kucken! Es wird zwar Russisch gesprochen, aber man versteht auch ohne Sprachkenntnisse worum es geht und die Bilder sind wundervoll. Kunst, wie gesagt.
Nur eine kleine Übersetzungshilfe – mein Lieblingssatz ist: “Ja Joeschek i ja upal w reku.” (“Ich bin der kleine Igel und ich bin in den Fluss gefallen.”) Da bricht es hemmungslos aus mir heraus – das weibliche: OH wie süsssss!!!!!
Kategorien: Gesehen und gemacht, Popkultur |
Datum: 23. September 2008