Archiv für die Kategorie „Gesehen und gemacht“

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Das ё – der Wal des kyrillischen Alphabets

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Ein Denkmal für einen Buchstaben, schöne Sache das. Gibts in Uljanowsk, an der Wolga. Da hat der Gouverneur Sergej Morosow angeordnet: alle Beamten haben in offiziellen Dokumenten wieder das ё zu benutzen, es darf nicht sterben, rettet das ё! Die Krux mit diesem Buchstaben ist, dass man ihn eigentlich nicht zwingend braucht, man kann genauso gut einfach eлка (jolka) schreiben, wenn man Weihnachtsbaum meint. Eigentlich und korrekt heißt es ёлка. Weiter »

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Sprache = Denken?

Sprache ist lustig. Sprache ist auch Kommunikation, wenn man sie nicht perfekt bedienen kann. Sprache kann abendfüllend sein. Meine russischen Freunde bringen mir lustige, neue Schimpfwörter bei. „PIANAJA ROSCHE“ (rollendes R, langes o weiches sch), ich wiederhole es, alle lachen. Ich finde es irgendwie poetisch, tatsächlich heißt es aber so was wie „besoffenes Gesicht“, nur sehr grob, ich soll das lieber nicht im Russischunterricht benutzen. In meinen Ohren klingt es, wie ein Kosewort, ich wiederhole es ständig, die anderen kriegen sich gar nicht mehr ein. Im Russischen kann man leicht die Wörter schreiben (pisát) und pinkeln (písat) verwechseln, es liegt an der Betonung. Das ist mir natürlich einmal im Russischunterricht passiert, die Lehrerin wurde ganz nervös.

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Meine Freundin Aigul macht aus Mücke und Fliege Flücke und ich freu mich, es klingt tatsächlich wie ein richtiges deutsches Wort. Wir benutzen es seitdem als Oberbegriff für fliegendes, nervendes Getier.

Wenn wir uns unterhalten, tun wir das immer auf Deutsch. Sie ist Übersetzerin.

„Aber ich muss doch Russisch lernen!“

„Ja, aber nicht mit mir!“ Sie hat Recht. Wenn wir uns sehen, müssen wir schnell Informationen austauschen, vor allem Frauen-Informationen. Geschichten aus unserem Leben eben. Aber auch über Politik, Bücher, Musik und Banalitäten. Wir reden beide gern und viel. Weiter »

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Schwere Zeiten für Medwedewka

Aus aktuellem Anlass – hab was Schönes zur Inthronisierung von Präsident Medwedew gefunden, im Zusammenhang mit meinen moskauer Trink- und sonstigen Erfahrungen. Die erwähnten Schlüppa hab ich tatsächlich nicht gesehen, hätte mir sonst welche gekauft. Definitiv! Ja, ja, Wowa und die jungen Frauen. Ein running Gag mit meinen russischen Freunden: Diane steht auf Putin. Zitat aus dem Tagesspiegel:

Medwedews Imageberater haben sich offenbar darauf verständigt, ihn als Kopie des frühen Tony Blair und Archetyp des netten Schwiegersohns zu verkaufen: Gut erzogen, gut aussehend, gut angezogen, gut gelaunt. Auf Dima, wie jüngere Russen gerufen werden, die eigentlich Dmitri heißen, fahren daher vor allem ältere Damen ab. Weiter »

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Kommunistisches Disneyland an der Wolga

„UL-JA-NOWSK… wie klingt denn das, voll doof! SIM-BIRSK, klingt viel besser.“ sagt Albert und grinst spitzbübisch. Auch er ist Musiker, alles muss gut klingen. Uljanowsk, die Stadt an der Wolga, in der Lenin geboren wurde (Wladimir Iljitsch Uljanow), soll umbenannt werden. Oder richtig: soll ihren ursprünglichen Namen wieder bekommen, Simbirsk.

Die Sowjetzeiten werden schon seit einiger Zeit von der Landkarte getilgt. Leningrad ist jetzt St. Petersburg, klar, weiß jeder. Samara, auch an der Wolga, war früher Kujbyschew und Jekaterinburg hieß Swerdlowsk. Die Umbenennung von Uljanowsk wird im Stadtparlament schon seit Jahren hitzig diskutiert, jetzt diskutieren wir auch, allerdings weniger hitzig. Mehr zur Entspannung, nach dem anstrengenden Tag in der Sonne am Wolgastrand und beim Essen, ha.

Die Uljanowsker Gang: Albert, Kolja, Aigul und ArtiomIch muss dieses Thema ausdiskutiert wissen, schließlich ist Lenin nicht irgendein sowjetischer Politiker, den im Westen niemand mehr kennt oder je gekannt hat, entschuldigt mal bitte. Aigul ist 25, wurde hier geboren und ist pragmatisch. Sie sagt, vor allem sei diese Umbenennung teuer, das Geld könne man für andere Sachen besser gebrauchen, um die Straßen auszubessern zum Beispiel. Ja, die geben Stoßdämpfern was zu tun. Weiter »

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Kunstausstellung in der Metro

Gesehen auf der blauen Linie, eingestiegen in der Smolenskaja. Gut, es sind nur Blumen, aber die täten der Berliner U-Bahn auch mal gut.

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Endlich Wodka, endlich Russen

“Nein, Russland ist natuerlich keine Demokratie… aber die USA auch nicht …und Europa auch nicht. Da berichten doch alle das Gleiche ueber Russland, wie kann das Pressefreiheit sein? … Ausserdem habt Ihr Berlusconi und Sarkozy…Putin hat viel Gutes fuer Russland getan…Ich hasse Putin natuerlich… aber Medwedew ist nichts gegen Putin…” Paul ist 29 Jahre alt und betrunken. Aber all das, was er sagt, ist nichts Neues, ich kenne diese Gespraeche, sie haben nichts damit zu tun, dass wir die dritte Flasche путинка (Putinka Wodka) leeren. Ich kenne niemanden, der Putin wirklich “mag”. Es ist Respekt da, Respekt fuer seine Leistung, Stabilitaet herzustellen, nach den wirren Jelzin-Jahren. Die Wirtschaft waechst, die Renten sind gestiegen und die Welt hoert wieder zu, wenn Russland spricht. Und dann kommen die Westler, sagen immer das Gleiche. Es ist ermuedend. Den ganzen Abend haben wir rumgealbert, ueber Musik gesprochen, ueber Wodka, ueber uns, was wir so machen. Haben gespielt mit unseren Sprachen. Weiter »

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Touristische Erkenntnisse – Moskau 2008

1. Putin ist weg. Ja, HAHA! Ich meine die Putin-Gemaelde, die man frueher in den Strassenunterfuehrungen kaufen konnte. Ersatzlos gestrichen. Medwedew will keiner malen. Stattdessen: Landschaften, Blumen, kleine Hunde und nackte Frauen. Schade, einen Putin, der sich lasziv auf einem Diwan raekelt haette ich gerne gehabt. Chance verpasst.

2. Man darf hier noch ueberall rauchen.

2. a) Parliament sind super! Weiter »


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