Wem gehört eigentlich dieses blöde ;-) Zeichen? Jedenfalls keinem russischen Geschäftsmann, hat das Patentamt in Russland gesagt.
“In ganz Russland würde es keinen Idioten geben, der für einen Smiley bezahlt”, zitiert das Nachrichtenportal Russiatoday zum Beispiel Nikita Sherman, den Boss der russischen StudiVZ-Gegenstücks Odnoklassniki.
Es kann also weiter kostenlos gezwinkert werden – auch in Russland. Den ganzen Artikel dazu findet Ihr hier.
Wem gehören die Forschungsergebnisse zur Geschichte des stalinistischen Terrors? Eigentlich dem Informationszentrum “Memorial” in St.Petersburg. Das wurde allerdings von maskierten Männern durchsucht und von der Stadt geschlossen. Die Mitarbeiter des Zentrums und ihre Anwälte dürfen nicht mehr in die Räume und die Computerfestplatten mit den Daten sind beschlagnahmt worden. Wie so oft in Russland ist alles einigermaßen undurchsichtig. Auf welchen Artikel der Verfassung sich die Staatsanwaltschaft stützt und was das soll? Hier mehr Informationen dazu auf Russisch und Deutsch. Weiter »
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Datum: 15. Dezember 2008
„Aha, eine deutsche Journalistin…” Die Stimme des Arztes ist sehr warm und weich, er schaut mich interessiert an. Ich krümme mich auf dem Bett und will nicht Russisch sprechen. Meine Freundin Marina übersetzt, wie oft ich mich in den letzten Stunden übergeben habe und welche Konsistenz mein Stuhlgang hat. Mein Magen tut höllisch weh, es ist vier Uhr Morgens. Seit fünf Stunden laufe ich zwischen dem Bett und der Toilette hin und her und der Arzt will wissen, in welchen Städten ich schon war und was ich hier tue. Marina erzählt es ihm, ihr Gesichtsausdruck ist ungehalten, weil er mehr über meine Arbeit wissen will, als über meinen Gesundheitszustand. Ich verschwinde auf dem Klo. Ja, sie müsse ins Krankenhaus sagt der Arzt und verbietet mir Wasser zu trinken, es kommt ja doch sofort wieder raus. Er will noch wissen, woher Marina so gut Deutsch kann. Ich habs studiert sagt sie und schüttelt verständnislos den Kopf. Obwohl ich wieder auf dem Weg zur Toilette bin, amüsiere ich mich ein bisschen über den Arzt. Weiter »
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Datum: 24. Oktober 2008
Gibt man bei Google “scheisse, Gazprom hat die Sonne gekauft” ein, landet man als erstes auf meinem Blog. Das hat jemand getan und für große Erheiterung bei mir gesorgt. Vielen Dank, unbekannter Googler! Wie kommt man darauf, soetwas einzugeben? Wenn Du wieder kommst, sag es mir! Und verrate mir, wie Gazprom jetzt weiter verfahren wird, mit der Sonne.
Ergebendst, Dein Fan.
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Datum: 22. Oktober 2008
Es folgen keine Kochrezepte aus der Russischen Küche, sondern meine ganz persönlichen Erfahrungen mit der eben genannten.

Pelmeni, Blini und Piroschki sind allseits bekannt. Maultaschen, Eierkuchen und gefüllte Teigtaschen. Aber darüber hinaus haben Russische Eßgewohnheiten noch Überraschungen parat, die ich erst auf dieser Reise entdecken konnte oder mit denen ich jetzt besonders intensiv konfrontiert wurde.
Zum Beispiel Tworog mit Smetana, zu Deutsch: (trockener, bröseliger) Quark mit Schmand. Warum sollte man so was essen, dachte ich, als ich es in Belgorod, bei Artur, das erste Mal gesehen habe. Das ist ja wie Käse in Milch mit Butter, das muss ja nicht sein. Bis ich es eines Tages dann ungefragt vorgesetzt bekommen habe. Um nicht nur einfach zwei verschiedene Milchprodukte zusammen zu essen, habe ich mir allerdings noch heimlich eine Banane rein geschnitten und Feigenmarmelade hineingerührt. Dann war es eine Art Fruchtquark und sehr lecker. Allerdings war mir danach schwindlig, wahrscheinlich litt ich an einem Eiweißschock. (Albert hat allerdings angemerkt, dass ich ja auch Eis mit Sahne esse, zwei Milchprodukte zusammen, da hat er auch wieder Recht.) Weiter »
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Datum: 22. Oktober 2008
…viel zu spät kommt dieser Bericht, ich weiß… aber ich bin ja Gott sei dank nicht Spiegel online…gelobe Besserung.
„Weißt Du, dass heute hier in Petersburg Zenit gegen Real spielt?” „Nein, wusste ich nicht.”Der russische junge Mann, der die Registrierung der Dialog-Teilnehmer vornimmt, versucht mit mir zu flirten, eine komische Art. „Du wirst derweil in der Philharmonie sitzen…” er grinst frech.
„Ja, schade eigentlich.” Ich grinse auch und nehme mein Batch (wichtiges Kongress- Accessoire, zum um den Hals hängen) in Empfang. Drauf steht mein Name und sonst nichts. Das wird sich im Laufe des Petersburger Dialoges noch als unpraktisch herausstellen, weil man nicht mit einem Blick klären kann, ob man mit jemandem ein Gespräch anfangen will, oder nicht. Man muss erst fragen, was der andere denn überhaupt mache und schon ist man, im schlimmsten Fall, in ein Gespräch über Nichteisen Metalle oder Immobiliengeschäfte verwickelt.
![IMG_2337[1]](http://static.flickr.com/3003/2937310495_bb7e4345fb.jpg)
Im Foyer des Holiday Clubs stehen nun also lauter Männer in Anzügen und sprechen deutsch. Ich leide unter einem schlimmen Kulturschock. 24 Stunden bin ich in einem so genannten Platzkartni-Waggon von Kasan nach Petersburg gereist. Platzkartni heisst, dass es keine Abteile gibt, alles ist offen, rund 40 Menschen schlafen in einem großen, rollenden Schlafraum. Ein Betrunkener hatte mich zum Küssen überreden wollen und war eine Viertelstunde nicht von meiner Liege aufgestanden, das Toilettenpapier war relativ schnell alle, meine Land-Äpfel, die ich auf dem Bahnhof gekauft habe, waren sehr lecker und haben nur 10 Rubel gekostet. Die Renten in Russland sind so niedrig, dass alte Männer oft Taxi fahren, um zu überleben und alte Frauen Obst und Gemüse aus ihrer Datscha verkaufen, oft an Bahnhöfen.
Eine deutsche Teilnehmerin keift die Dame aus dem Organisationsteam an, weil sie im falschen Hotel untergebracht ist. Weiter »
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Datum: 13. Oktober 2008
nennen wir Medienfutzis es, wenn wir uns mir uns selbst beschaeftigen. Genau das wird hier passieren. Die letzten drei Tage hatte ich die Ehre, beim 8. Petersburger Dialog teilzunehmen, da ich eine der diesjaehrigen Gewinner des Peter-Boenisch-Gedaechtnispreises bin. Das macht mich stolz und froh, habe ich doch genau das vor gehabt, als ich los zog, in die Welt:
Mit dem Peter-Boenisch-Gedächtnispreis zeichnet der Petersburger Dialog junge Journalisten aus, die durch eine sachgerechte und lebensnahe Darstellung des Lebensalltags im jeweils anderen Land zum besseren Verständnis zwischen Deutschen und Russen beitragen. Weiter »
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Datum: 3. Oktober 2008

Die Morgensonne glitzert auf dem kleinen See, auf einem Hof, in der Nähe, schnattern Enten und die Fische beißen nicht. „Wahrscheinlich sind sie wieder schlafen gegangen.” witzel ich. Es ist gleich neun, eigentlich wollten wir schon um halb acht hier sein.
Aber Dilbar und ihr Freund Mischa haben verschlafen. „Lass uns um sechs treffen!” hatte er am Abend vorher noch gesagt. „Man muss früh angeln gehen, sonst kann man es gleich sein lassen.” Mit einem charmanten Lächeln konnte ich eine Stunde Schlaf rausschlagen und wir haben uns um sieben verabredet. Punkt sieben saß ich Banane kauend am Küchentisch und bekam keine Antwort auf meine SMS. Erst um 7 Uhr 26: „Ah! Ah! Wir haben verschlafen, entschuldige, sind um acht da!” Weiter »
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Datum: 30. September 2008